Der Michel und der DOM

 

Der Michel und der DOM | Various Artists

Gruen 002 | Audio CD > [order]
Reviews

 

Sound art project that connects the city of Hamburg’s church St. Michaelis and the funfair „Hamburger DOM“ :: soundcompositions, soundscapes and remix: Gregory Büttner, Roland Etzin, Stefan Funck, Costa Gröhn, Christoph Korn, Martin Moritz, Lasse-Marc Riek, Philip Samartzis, Hans Schüttler, Suspicion Breeds Confidence, Asmus Tietchens

 

„Der Michel und der DOM“ is a sound art project that connects the city of Hamburg’s church St. Michaelis („Michel“) and the funfair „Hamburger DOM“ by merging the sound environment of each site. A variety of field recordings were initially collected by Costa Gröhn at both locations in spring 2003 and 2004. Ten sound artists were then each provided with a different selection of the recordings. The artists were asked to rework and remix the material into a sound-composition with a maximum length of seven minutes comprised exclusively of the original field recordings. Furthermore the compositions had to integrate the recordings of the „Michel“ and of the „DOM“ in order to interrogate and fuse the cultural and social dimensions of each site. The CD therefore reflects the tension between plain documentation and the creative work of the artists in which the original sound material provides the basis for a new and varied set of responses. The CD contains ten remixes followed by a selection of the original field recordings.

 

1 Philip Samartzis – DISPLACEMENT

2 Roland Etzin – Dunkelrote Blumen

3 Stefan Funck – Ohne Klavier

4 Asmus Tietchens – Dry and Sex

5 Suspion Breeds Confidence – Die unbemerkte Revolution in Waldmichelbach

MP3

6 Gregory Büttner – domichel

MP3

7 Hans Schüttler – Obnoxius

8 Martin Moritz – Jesusscooter

9 Christoph Korn – III. 5/04

10 Lasse-Marc Riek – heiliggeist

MP3

11-2o Costa Gröhn – Feldaufnahmen von Michel und Dom

 

20 Tracks (61’49“)

CD (1000 copies)

 

www.michel-dom.de

 

Articles:

Neue Klanglandschaften | .pdf – Die experimentelle Hamburger Musikszene und ihre Labels von Nina Polaschegg

The Sound of Hamburg | .pdf – Bad Alchemy

 


 

Reviews

 

01 Staalplaat.com (FdW) :: VITAL WEEKLY number 470 week 15

www.staalplaat.com

DER MICHEL UND DER DOM (CD compilation by Gruenrekorder) This compilation deals with field recordings made in Hamburg, Germany and connects a church (the St. Michaelis) and a funfair, the ‚Hamburger Dom‘. These field recordings were handed out to ten different artists with the question to ‚rework and remix‘ these recordings into something new. From the ten artists I only recognized a few, like Philip Samartzis (whom is the only non-German, I think), Asmus Tietchens, Stefan Funk, Gregory Büttner and Suspicion Breeds Confidence. As can be imagined there are a lot of church bells and treated church organ sounds on this recordings, and it seems to me that the funfair sounds are treated beyond recognition. In Hans Schüttler’s piece there is a straight cut back and forth between the two places: people chanting anprocessing’sd voices from the funfair. Martin Moritz makes ultra short loops from the material, and presents an almost gabber piece. Most other pieces are gentle processing’s of the offered field recordings, which are all nice but there is no standout piece either. The nice thing is that the original field recordings are also on this disc, so anyone with some spare time can do their own remix. (FdW)

 

02 Tobias Bolt

www.quietnoise.org

2005-11-30 – Review – »Der Michel und der Dom« Various Artists – »Der Michel und der Dom« (Gruenrekorder)

Ohne das hilfreiche Booklet hätte ich vermutlich (ziemlich sicher) das eine für das andere gehalten, aber es ist so: der Michel ist die St. Michaelis – Kirche in Hamburg, die Hauptkirche der Stadt, und der DOM ist der größte Jahrmarkt Norddeutschlands und dort würde man dann auch sagen: Kirmes. Dieser Begriff wiederum leitet sich etymologisch von der Kirchmess’ ab und damit besteht mehr als nur eine geographische Nähe zwischen diesen beiden Orten, die etwa 300 Meter entfernt im bekanntesten Hamburger Stadtteil St. Pauli liegen. Dort hat der Drahtzieher hinter dieser Release, Costa Gröhn, eine Zeitlang Field Recordings gesammelt und sie dann zehn Musikern, die bis auf Philip Samartzis alle in Deutschland tätig sind, zur Verfügung gestellt – mit der Bitte um Bearbeitung. Die Ergebnisse sollten maximal sieben Minuten lang sein und Aufnahmen von beiden Locations beinhalten.

Ergebnisseitig sieht das Ganze so aus, dass naturgemäß viel geschnipselt, verfremdet und geloopt wurde, unkenntlich gemacht und übersteuert und das Verhältnis von konkreten, unveränderten Klängen und nicht mehr wieder zu erkennendem Material in den einzelnen Stücken ein ganz unterschiedliches ist – als Extrembeispiele seien die Beiträge von Hans Schüttler und Asmus Tietchens genannt. Ganz grundsätzlich würde ich jedoch beim Hören dieser Tracks, ohne Kenntnis über die ursprünglichen Aufnahmeorte zu besitzen, eigentlich nicht konkret an diese erinnert werden. Der Punkt ist aber: ich – und auch jeder andere Hörer, sofern eine minimale Auseinandersetzung mit dem Album erfolgt ist – weiß darüber Bescheid (zehn der unbearbeiteten Field Recordings sind, quasi als ,Bonus-Tracks’, auf der CD zu finden) und des weiteren, das nehme ich jetzt mal an, wussten auch die beteiligten Künstler über die Herkunft und Art des Ausgangsmaterials Bescheid – vier von ihnen leben auch in Hamburg, sind also höchstwahrscheinlich sogar mit den beiden Plätzen vertraut. Ich höre in diesen Arbeiten daher weniger eine rein der Erzeugung von ,Rohmaterial’ dienende Entkontextualisierung der Soundscapes in Richtung bloßer Geräusche, sondern viel mehr künstlerische Aneignungen von sehr persönlichen (Klang-)Eindrücken – was diese wiederum vor Beliebigkeit bewahrt und vorliegendes Album zu einer hörenswerten Angelegenheit macht.

 

03 de:bug

www.de-bug.de

V.a. – Der Michel Und Der Dom (Gruenrekorder) Tja, wenn ein Info schon so Anfängt: Der Michel und der Dom ist ein (Klang-)Kunstprojekt. Umpf. Und dann klingen die Remixe der Feldaufnahmen (warum heissen die eigentlich so) auch noch so nach Feldaufnahmen. Hm. Zuviel Kunst zuwenig Musik. bleed °°

 

04 Gabi Schaffner :: Knarrende Gebete, derbe Genrekante 22.04.05 06:22

www.textem.de

Zwei stadtbekannte Orte, zehn Remixe, einer davon aus Downunder, „Displacement“ genannt. In der Tat, Displacement: Schluss mit Linearität, Schluss mit dem dualen System und willkommen in der akustischen Heterotopie.

Costa Gröhn: Der Michel und der DOM

300 Meter liegen zwischen dem Hamburger DOM und dem Michel, semibarockes Wahrzeichen der Hafenstadt; akustische Kulissen des Profanen wie Sakralen, die Costa Gröhn mit einem Mikrofon eingefangen und an zehn Musiker verschiedenster Provenienz zur Bearbeitung ausgeteilt hat. Die Verwendung von jeweils mindestens einer Aufnahme Michel/DOM und ein Zeitlimit von sieben Minuten wurden dabei als Bedingung gesetzt. Ein quasi situationistisches Konzeptalbum also, dem zehn Auszüge der Originalfeldaufnahmen angefügt sind.

 

Die Geister, die ich rief

Wer sich in überhaupt einer Weise mit den Möglichkeiten Neuer Musik beschäftigt, nimmt die Fragmentierung von Wahrnehmung und Wirklichkeit als selbstverständlich hin. Die zehn Musiker und Komponisten des Albums haben sich des Materials unabhängig voneinander angenommen und machen dabei aus ihrer Profession keinen Hehl. Sämtlich forschen sie seit Jahren in den Bereichen elektronische und experimentelle Musik, Klangkunst, Soundscapes und generell in den mental-musikalischen Feldern zwischen Alltag und Artifiziellem. Jetzt also der Michel und der DOM, zwei, will man meinen, inhaltlich und akustisch vollkommen verschiedene Klangräume, die auf der CD als „Klangkunstprojekt“ zusammengeführt werden sollen. Einsichtig auch dem Laien scheint die Tatsache, dass „Kirmes“ und „Kirchmess“ trotz ihrer etymologischen Ähnlichkeit zwei in Akustik und Klangfarben vollkommen unterschiedliche Welten darstellen. Umso mehr überrascht beim ersten Hören die inhaltliche und modale Ähnlichkeit der einzelnen Stücke. Beim Großteil der Stücke haben sich die sinnlichen Eigenschaften der Feldaufnahmen verloren und verwandelt in eine fragmentierte Audiolandschaft, über der der Nimbus des Mysteriösen, zuweilen des Unheimlichen schwebt. Ungern möchte man mit dieser CD allein in einem dunklem Keller zurückgelassen werden. Andererseits lohnt es sich, genauer hinzuhören:

 

Ererbte Gedanken

Was passiert eigentlich, wenn Originalaufnahmen aus konkreten Situationen zu einer neuen Komposition verschmolzen werden? Wird ein Ton, ein Klang seinem Umfeld entführt, ist er nahezu automatisch defunktionalisiert. Er verliert seinen Zeit-Sinn und obendrein seine Identität. Der Ton wird Geräusch. Seit den Anfängen des 19. Jahrhunderts wird der Integration von Alltagsgeräuschen in der Musik kräftig Vorschub geleistet: Luigi Russolo (Die Geräuschkunst, 1913) und sowieso vornweg mit atonalen Kompositionen Arnold Schönberg im Jahre 1909. (Reiner) Ton und (unreines) Geräusch wurden als Gegensatzpaar begriffen, die göttliche und die weltliche Seite des Klangs. Knapp ein Jahrhundert ist Klassik im öffentlichen Raum sowieso nur noch was für/gegen Junkies und man geht in Supermärkten einkaufen, die „Velvet Underground“ im Hintergrund spielen. Es hat sich also viel getan. Und in dem Punkt, in dem sich weltliche und überweltliche Ordnungen am Beispiel zweier Orte spiegeln können, kann man die Thematik einer Klangkunst-CD eigentlich nicht besser platzieren. Welchen Sinn hat das aber, wenn die Original-Tonspuren allzu sehr fragmentiert werden? Man würde sich nicht halb so viel Gedanken darüber machen, hätte die CD ihre Ursache nicht in diesem verflixten Zwillingsort Micheldom. Das hat viel mit Sinn zu tun, also Sinn in Form einer möglichen Neuordnung, dazu soll Musik ja gut sein, und vor allem die Neue Musik. Sinn hat wiederum etwas mit Ordnung zu tun und Ordnung wiederum mit Welt. Manchmal hat Ordnung allerdings auch etwas mit Schönheit zu tun oder dem, was man dafür hält, also Ästhetik, und dann noch eigene Ästhetik mit oder ohne Welt oder eben mit eigener Welt. In Bezug auf das akustische Zweigespann Michel/DOM heißt das: Beliebigkeit droht. Würden sich solcherart mikro-makroskopisch überarbeitete Feldaufnahmen aus einer Schulkantine und einer Keramikfabrik wesentlich anders anhören? Und: Leise aufsteigender Verdacht, manche Künstler beschäftigten sich am liebsten mit ihrer eigenen Tonkunst, weshalb das Material einiger Tracks unkenntlich im Unendlichen sein Eigenleben führt. Selbst dort, wo die deutliche Klangspur einer Situation aufscheint, dient sie zunächst einmal einzig der Komposition. Choral und Gebet sind ihrer Inhalte und Absichten entledigt, flottierende Platzhalter für Dramatik und Emotion. L’art pour l’art? Oder ist das die Welt, in der man hier so lebt? Schwer zu sagen.

 

Bedenkenträger – Kerben geändert

Deshalb wird jetzt auch die Kirche im Dorf und der Musiker bei seiner Maschine gelassen, denn es gibt weitere Dinge zu bemerken. Interessant sind da zum Beispiel gerade die weiter oben bekrittelten Übereinstimmungen, ja Stimmungen, die, mechanisch oder nicht, dem Großteil der Remixe eingesampelt sind. Die entstofflichten Gruselkabinette des DOMs sind atmosphärisch eingedrungen in Fahrstuhlszenarios und anderen Kirchenzauber. So lassen sich grob drei charakteristische Konstanten ausmachen: eine Allgegenwart brausender und rauschender Sounds, Stimmverfremdungen und Verzerrungen sowie eine Unzahl fragmentierter, metallisch anmutender Geräusche. Je weiter man hineinhorcht, umso näher scheint die Hölle. Das klingt zunächst vielleicht seltsam, aber nicht wirklich überraschend, denn die Topoi, die sich dergestalt materialisieren, sind den Modi der elektronischen Komposition bereits zum Teil eingeschrieben. So dienten Verzerrung, Deformation, Verkehrung seit jeher auch als Stilmittel zur Darstellung des Dämonischen. In konventionellen Zusammenhängen gilt sogar heute noch das Automatenhafte, Mechanische als unbeseelt und verstörend. Da lachen die Avantgardisten der Maschinenmusik natürlich drüber und geraten doch zuweilen unter die Räder ihrer persönlichen Geisterbahn. Die Mehrzahl der Komponisten zieht das Erhabene dem Trivialen und das Rätsel dem Augenschein vor. Folglich sind deren neuen Michel-DOM-Welten von unerschütterlichem Ernst durchdrungen, und das ist ein wenig störend. Audioscapes und Audioescapimus liegen sich auch so schon in der elektronischen Musikszene genug in den Armen. Doch die Krux der so genannten Neuen Musik bestand immer in dem Missverhältnis zwischen dem Anspruch auf Öffnung des musikalischen Kanons bei gleichzeitiger Einforderung von Exklusivität eben dieser besonderen Form der Offenheit. Es wäre seltsam, wenn auch hier nicht der Humor die Rettung bringen würde. Costa Gröhns wundersamem Klangkunst-Projekt entsprießen auch einige echte Micheldom-Hybriden, denen die vergnügliche Trivialität des Daseins nicht herausexperimentiert worden ist. Tja, und das Verblüffende an diesen ist, dass hier die Musiker eben mal nicht vorgeben, etwas Neues zu erschaffen, sondern sich der gegebenen Muster bedienen, um sie gegeneinander auszuspielen.

 

Erkennt Gebärde

Mit einmal Drüberhören ist es bei dem Projekt „Der Michel und der DOM“ also nicht getan. Akustische Landstriche bringen ihre eigene, spezielle Einwohnerschaft hervor. Ein Weidegrund für Kopffüßer und Kopffüßler in jedem Sinne. Eine Menge partikulärer Feinsinn ist vonnöten, möchte man den einzelnen Stücken Gerechtigkeit erweisen. Also, ist das nun eine CD fürs Volk, so wie der Michel und der DOM „fürs Volk“ sind? Praktischerweise, und zum Glück der Hörer wesentlich beitragend, hat Gröhn den zehn Mixes eine Auswahl der Originalaufnahmen angehängt. Es sind diese Aufnahmen, die die eigentliche Öffnung des Albums in Richtung Michel und DOM ermöglichen. Feuerwerk plus startendem Auto plus Orgelintro. Unentschlossenes Murmeln vor dem Fahrstuhl. Basslastige Dröhnbox zum Gruseln, „Hinz-und-Kunz(t)“-Verkäufer … alles da. Der Weg hin und zurück wird plötzlich um vieles interessanter, ohne dass man sich Tentakeln wachsen lassen muss: Wer neugierig ist, lässt es sich nicht nehmen, in den Tracks nach den ursprünglichen Realitätsschnipseln zu forschen. Oder selbst zu experimentieren. Denn auch dies ist von den kongenialen Machern der CD vorgesehen. Wirklich reizend, diese zehn kleinen Zeitkapseln, die nacheinander im Gehör des Lauschenden erknallen und ihm unverrätselte Micheldom-Originale in die Gehirnlandschaft streuen. Try and combine. Der Michel und der DOM, Hamburg 2005, Ein Klangkunstprojekt von Costa Gröhn, Musiker: Philip Samartzis (Melbourne), Roland Etzin (Frankfurt), Stefan Funck (Hamburg), Asmus Tietchens (Hamburg), Suspicion Breeds Confidence (Neu-Isenburg), Gregory Büttner (Hamburg), Hans Schüttler (Stade), Martin Moritz (Hamburg), Christoph Korn (Frankfurt), Lasse-Marc Riek (Frankfurt), Costa Gröhn (Hamburg)

 

05 Tokafi

www.tokafi.com

CD Feature/ „Der Michel und der DOM“

May well save the reputation of the remix in smaller circles.

Remixprojects have been around for ages and their reputation has gone from bad to worse. Initially a pure techno-related phenomenon, the idea spread to the mainstream and quickly became known as an easy way for record companies to make money. „Der Michel und der DOM“, however, is of an entirely different nature – a collection of pieces that stay true to the original material yet move in wonderfully strange ways.

A quick explanation for non-Hamburg residents for starters: The „Michel“ mentioned in this album’s title refers to the St Michaelis church, the „DOM“ stands for the city’s traditional fun fair, attracting millions of visitors each year. These institutions, seemingly worlds apart, find themselves at close distance, with only a few minutes of walking time seperating the two. Sound artist Costa Gröhn, one of the active members of the artist roster of the Frankfurt-based Gruenrekorder label, quickly saw the potential for an exciting cultural encounter, especially since the Dom, despite it’s character as a place of leasure and entertainment has its true roots in a clerical celebration. He therefore captured the essence of these attractions in a series of field recordings, which were in turn sent to ten different musicians from the field of eperimental music. The rules of the game were simple: Use these snippets of organ performances, bells chiming, people laughing and screaming and bumper cars bumping into something entirely new – with the only limitation being that each composition had to include at least one excerpts of either the DOM- or the Michel-files. The results are as colourful as the line-up already suggests: While Philip Samartzis’ „DISPLACEMENT“ (which leaves most of the initial recordings seemingly intact) makes for a great introduction, others go for a more radical approach: The grand old father of German noise, Asmus Tietchens, presents a tenderly futuristic fantasy of mechanically resounding voices and floating beat constructs, while Suspicion breeds Confidence distort everything into a robotoid dream of quirky sounds. Other artists stress the field recording aspect more than others, but the flow of the record profits from the fact that bits of the source material appear in almost every track. Apart from that, the moods are as eclectic as could be: Martin Moritz’ „Jesusscooter“ is a harsh industrial attack, Christoph Korn relies mainly on monumental reverb to emphasize the magnitude and the impossibility of fulfilling his task with a „lousy little microphone“.

„Der Michel und der Dom“ therefore presents the best of both worlds – both in the sense of its original intention of featuring different views on its two protagonists as well as in offering a CD which consists of a collection of extremely varied versions of „the same song“ connected by a red thread. While the decidedly uncommercial nature of the music will prevent this from reaching the mainstream, this may well save the reputation of the remix in smaller circles. By Tobias Fischer

 

06 e/i magazine/Marc Weidenbaum

http://ei-mag.com

Gruenrekorder is, simply put, one of the foremost record labels today in the realm of using field recordings as a source of musical composition. Based out of Frankfurt, Germany, the label has quietly pressed almost three dozen albums constructed from bats sounds to dog barks to aural snapshots of the Scottish landscape, not to mention discs of sound poetry and noisy electronica. […]

Der Michel und Der DOM stays in one place – well, two places, both in Hamburg. Eleven musicians, including longtime sonic-tician Asmus Tietchens and Gruenrekorder regular Lasse-Marc Riek, were given the same two sets of samples and left to their editing (and theoretical) devices. One set is from the church of St. Michaelis (the „Michel“ of the title), the other from an outdoor amusement park, the Hamburger DOM (hence the „DOM“). Though the pairing suggests a bit of „sacred and profane“ juxtaposing, the results are much more mangled, more thorough, than that. Stefan Funck leaves the bells as a distant memory amid eerie effects, Tietchens focuses on moments of intense quietude and Christoph Korn blends it all into ominous swells. Costa Gröhn completed the assignment, but split his submission into 10 constituent parts, which close out the album in sequence: the shortest at 13 seconds, the longest at just over two minutes. In one he slows the bells to a drowsy pace; in another he represents choral voices with a documentary filmmaker’s hands-off approach. He seems particularly interested in the chunka chunka music playing at the fair. One wonders what the fairgoers would think of Der Michel und Der DOM.

 

07 Brainwashed | Written by John Kealy

„Der Michel und Der DOM“

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The artists featured on this compilation aim to merge Costa Gröhn’s field recordings of a church and of a funfair to create a unique document representing Hamburg. The majority of the artists featured here struggle to create much worth listening to as they are limited by a poor selection of starting materials. It’s a nice idea but it doesn’t quite come together.

 

As a concept, this album is great. Gröhn made a number of field recordings of Hamburg’s St. Michaelis church and the Hamburger DOM funfair. These raw recordings provided material for ten other artists to make new sound compositions with an aim to merge the sonic atmosphere of the two locations. Unfortunately the sleeve notes are mostly in German and my rudimentary skills in that language prevent me from learning the finer points behind the concept.

 

As a collection of field recordings and music, this album isn’t all that interesting. Gröhn’s original field recordings don’t provide much entertainment on their own: most of the short snippets do not allow for any insight to the environments nor do they work as stand alone pieces of sound. There are a couple from St. Michaelis that are very beautiful but they are both recordings of music as opposed to recordings of general atmosphere. The funfair tracks remind me that I don’t like going to funfairs so alas I’m biased against them from the start.

 

Many of the artists make a good stab at making something worthwhile out of these recordings but most of them fail to make much of them. The first eight pieces are quite dull. Hans Schüttler’s „Obnoxious“ doesn’t quite live up to its title but it is lacklustre at best, the slight delay effect on the church recordings sounds like it was knocked up in about five minutes. The rest of the piece sees Schüttler crudely juxtaposing fairground announcements with choral work from church. This doesn’t work for me but perhaps there is something more to the piece that I’m missing because of my lack of German (as far as I can tell the fairground voice is prattling on about hell, I’ve a feeling it doesn’t get much deeper than the simple contrast between this and the choir’s hymns). Thankfully the last two reworkings of Gröhn’s recordings are a breath of fresh air. Christoph Korn’s „III. 5/04“ is the spacious and pleasant sound of reverberations. This is followed by „Heiliggeist“ by Lasse-Marc Riek which takes the pious beauty of the church and forms a wonderful piece that wouldn’t sound out of place as intro music at a Current 93 gig.

 

Imaginative use of found sounds is one thing I adore but I found Der Michel und Der Dom a let-down. This album is good for one or two listens but after that it is exhausted of most of its value: the couple good tracks don’t make up for the many mediocre ones. The concept works well on paper but not so much when transferred to the stereo.

 

samples:

* Hans Schüttler

Obnoxious

* Christoph Korn

III. 5/04

* Costa Gröhn

Feldaufnahmen von Michel und DOM 3

 

08 EAR/Rational | Don Poe

Cool concept – take the manipulated field recordings of holiest of holies spot in Hamburg, Germany and mix them up with the fair ground in town’s tweaked recordings. This sounds very cool – and if you are an HNAS fan you will be in hog heaven. Plenty of drones and organ-y sounds are pelted with messed up voices and the cacophony of kids at a fair. This is more music than straight field recordings – I really like it when natural sources like this are so changed. The only artist I recognize on here is Asmus Tietchens, but they all do a cool job. I would say they are all in the experimental range instead of true music, but some are still more pleasing and others push the boundaries more. I like this!

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