{"id":18530,"date":"2020-11-03T21:33:32","date_gmt":"2020-11-03T21:33:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/?page_id=18530"},"modified":"2023-10-26T21:52:55","modified_gmt":"2023-10-26T21:52:55","slug":"stadt-land-fluss-daniel-koetter-hannes-seidl-deutsch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/?page_id=18530","title":{"rendered":"\u201eStadt (Land Fluss)\u201c | Daniel K\u00f6tter &#038; Hannes Seidl \u2013 Deutsch"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"border: 1px solid black;\" title=\"\u201eStadt (Land Fluss)\u201c | Daniel K\u00f6tter &#038; Hannes Seidl\" src=\"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/Photos\/gruen_199.jpeg\" alt=\"\u201eStadt (Land Fluss)\u201c | Daniel K\u00f6tter &#038; Hannes Seidl\" border=\"1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201eStadt (Land Fluss)\u201c | <a href=\"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/?page_id=18651\">Daniel K\u00f6tter<\/a> &#038; <a href=\"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/?page_id=18647\">Hannes Seidl<\/a><\/a><\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/?page_id=18532\">English<\/a> | <em>Deutsch<\/em><br \/>\nGruen 199 | Audio CD (+ Digital) | Digital &gt; [<a href=\"https:\/\/shop.gruenrekorder.de\/?full#Gruen_199\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bestellung<\/a>]<br \/>\n<a href=\"#reviews\">Rezensionen<\/a><br \/>\nngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein H\u00f6rst\u00fcck \u00fcber den Klang der Gro\u00dfstadt. Bulldozer planieren die Brache, Wohnviertel werden eingez\u00e4unt, Stromkabel durchziehen das Bauland, eine Menschenmenge besetzt den Mittelstreifen. \u201eStadt (Land Fluss)\u201c macht die radikal vernetzte Stadt h\u00f6rbar und die Auswirkungen ihrer permanenten Ver\u00e4nderung sinnlich erfahrbar. Welche soziale Dimension hat die Klanglichkeit einer Stadt? Wie klingt die Stadt, wie k\u00f6nnte sie klingen? Wer hat das Recht, den Stadtraum zu gestalten und seine Grenzen zu definieren? Stadt [Land Fluss] ist auf der Grundlage des gleichnamigen Musiktheaterst\u00fccks entstanden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Komposition \/ Produktion: Daniel K\u00f6tter \/ Hannes Seidl<br \/>\nElectromagnetische Kl\u00e4nge: Christina Kubisch Musik: Sebastian Berweck, Martin Lorenz, Andrea Neumann<br \/>\nText: Daniel K\u00f6tter \/ Hannes Seidl nach Zitaten von David Harvey, Kathrin Wildner, Thorsten Fausch und anderen<br \/>\nPhotos: Nara Silva das Virgens Merlitz Graphik Design: Nafiseh Fathollahzadeh<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Exzerpte:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/mp3\/stadt_hoerstueck_excpt1.mp3\">MP3<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/mp3\/stadt_hoerstueck_excpt2.mp3\">MP3<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/mp3\/stadt_hoerstueck_excpt3.mp3\">MP3<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1 Track  (41\u201958\u2019&#8216;)<br \/>\nCD (500 copies)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_1_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr size=\"2\" width=\"100%\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Script<br \/>\n01\u201900\u2019\u2019<br \/>\n\u2026 It always seemed to me that we should pay much more attention to the question of who produces and reproduces urban life\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr size=\"2\" width=\"100%\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>02\u201943\u2019\u2019<br \/>\n\u2026Die Perspektive war schon immer so Mischnutzung, Kleinteiligkeit &#8211; \u00e4h Eigentum, Genossenschaft \u2026<br \/>\n\u2026 Hafencity Frage ist, dass sie im Prinzip ein Tauschgesch\u00e4ft ist, und zwar, dass die Hafencity ausgeschrieben wurde als Immobilienspekulation, um den Containerhafen zu finanzieren. Typisch Hamburg, dass man eben Stadtplanung macht, also dass sozusagen das eine St\u00fcck f\u00fcr das andere verkauft wird. Und das war eben \u2026<br \/>\n\u2026 also man muss immer verstehen: Die Identit\u00e4t dieser Stadt ist der Handel. Und das Kaufmannsdasein. Und das hat immer was mit Strukturen zu tun. Es ist so, von der Grund DNA dieser Stadt ist das der Kernpunkt. Ich glaube es ist ja immer eine ganz wichtige Fragestellung, an welcher Stelle auch die Stadt vor welcher Herausforderung steht. Weil,  sie k\u00f6nnen ja auch nicht jede Stadt eins zu eins \u00fcbertragen, die Herausforderungen in St\u00e4dten sind komplex und sehr unterschiedlich \u2026<br \/>\n\u2026 And it always seemed to me that we should pay much more attention to the question of, who produces and reproduces urban life. And if you change the idea of production away from the production of widgets and the factory, the production of automobiles, the production of coal or something like that to the question of: Who produces the city? Who reproduces the city? Who produces spatial organisation? Then you start to get a very different definition of who is a proletariat and what that proletariat is about. And to me of course, having done a great deal of work\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr size=\"2\" width=\"100%\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>04\u201945\u2019\u2019<br \/>\n\u2026Das ist n\u00e4mlich die Tatsache, dass die Authentizit\u00e4t einer Stadt erlebbar und greifbar sein muss und zwar \u00fcber jegliche Form von Kommunikation, aber auch von Produktentwicklung. Also das \u00dcberst\u00fclpen von Ideen, wie zum Beispiel einer Hafencity \u00fcber eine Stadt, das war, als die Hafencity begann, vor zig Jahren, sicherlich noch m\u00f6glich. Heutzutage w\u00fcrde ich behaupten hat sich das komplett gedreht, heutzutage gibt es f\u00fcr so eine Art von Denkweise kaum mehr Akzeptanz. Und das merkt man, das man halt aufpassen muss, wenn man dann nachher in der Planung ist, und in der Realisierung\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr size=\"2\" width=\"100%\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>06\u201925\u2019\u2019<br \/>\n\u2026 Man k\u00f6nnte jetzt so ne ganze Linie fahren mit was heisst das Revitalisierung von Hafengebieten, dass das auf einmal zu so nem Trend wurde, weil das wohnen am Hafen war ja Jahrhunderte &#8211; oder &#8211; das ganze 20. Jahrhundert nicht besonders attraktiv weil: stinkend, dreckig, laut m\u00f6chte niemand wohnen, im Hafen. Und jetzt pl\u00f6tzlich mit Baltimore und Boston und Buenos Aires und \u00fcberall auf der Welt sozusagen wie so ein Leitmotiv sich das durch die Stadtentwicklung zieht, dass das die most attractive Orte in der Stadt werden \u2026<br \/>\n\u2026 That seemed to me very important. But when you took that and you started to look at the whole history of urban based struggles. you see a whole series of urban based revolts, revolutions, rebellions, in which the Paris commune was just one. And all of them had I think a certain significance historically in terms of what happened \u2026<br \/>\n\u2026 hochpreisig sein muss, der Wohnraum. Also dass es nicht darum ging, eine alternative, neue, sozialvertr\u00e4gliche Stadtentwicklung zu machen, sondern, es musste m\u00f6glichst viel Geld eingespielt werden, damit man diesen Hafen finanzieren kann. Und das sieht man auch in diesen ersten Abschnitten, dass zumindest die ersten Abschnitte dementsprechend Luxuswohnungen sind. Ich glaub so 2000 fing es an \u2026 <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr size=\"2\" width=\"100%\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>09\u201934\u2019\u2019<br \/>\n\u2026 The qualities of the cities play a very important role in exactly how that revolt unfolds. I mean one of the big stories about Haussmann in Paris was that he rebuild the Boulevards to try to curb the prospect of another revolution like what happened in 1848. He was noticeably unsuccessful in that. But the redesign of many American cities \u2026<br \/>\n\u2026 Es war sozusagen ein nicht-st\u00e4dtischer Raum, den man ganz neu bespielen konnte. Es gab ganz viele Ma\u00dfnamen ausgehend von dem Bed\u00fcrfnis der Hafencity GmbH \u2026<br \/>\n\u2026was auch eine seltsame Konstellation ist f\u00fcr \u201cStadt\u201d, weil dann die Frage ist: Was ist \u00f6ffentlicher Raum, gibt es den eigentlich, gibt es den nicht? Alle Pl\u00e4tze geh\u00f6ren eben nicht der Stadt, sondern der Hafencity GmbH. Das ist so ein bisschen undurchsichtig. Man denkt nat\u00fcrlich, das sind alles ganz normale st\u00e4dtische Stra\u00dfen, sind es dann aber im Endeffekt nicht, weil es ein anderes Hausrecht wom\u00f6glich gibt. Wenn man hier demonstrieren will fragt man nicht die Polizei oder die Stadt Hamburg, Du musst die Hafencity GmbH fragen. Und nat\u00fcrlich ist hier auch st\u00e4dtische M\u00fcllabfuhr, es ist keine gated Community die Privatbesitz ist, und wo alle Rechte au\u00dfer Kraft treten, aber es ist so \u00e4hnlich wie bei Bahnh\u00f6fen, so Architektur \u2026<br \/>\n\u2026There\u2019s a sense that the urban has to be controlled &#8211; and urban control becomes terribly important on that side &#8211; but also that the urban can be used by organising and mobilising neighbourhoods around kind of collective forms of struggle. And then it seems to me that went back and looked at the most successful histories of factory based struggles the best ones nearly always worked because there was very strong mobilisations in the surrounding communities and it is very impressive in Argentina \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr size=\"2\" width=\"100%\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>13\u201902\u2019\u2019<br \/>\n\u2026 und auf der anderen Seite ging einher die Perspektive dessen: Hamburg muss sich qualitativ vermarkten. Und da wurde ein Bild geschaffen, was im Endeffekt sagt: Hamburg muss die Zukunft f\u00fcr sich selber gestalten. Und die Aufgabe vom Stadtmarketing war dann zu gucken: welche Geschichten sind glaubw\u00fcrdig an diese Botschaften &#8211; sozusagen, wie k\u00f6nnen wir diese Botschaften erf\u00fcllen. Wie schaffe ich es, die verschiedenen Nutzungsnotwendigkeiten, die ich f\u00fcr einen Stadtteil tats\u00e4chlich habe auch planerisch mit zu ber\u00fccksichtigen. Das ist glaube ich v\u00f6llig normal wenn man \u00fcber so ein gro\u00dfes Areal nachdenkt. Ich hab eine gewisse Art von Nahversorgung, die brauche ich einfach. Wenn ich hier Leute leben haben will, brauche ich auch Nahversorgung. Das hat alles so funktioniert \u2026<br \/>\n\u2026 wir nat\u00fcrlich Stadt auch wachsen muss und jede Stadt ver\u00e4ndert sich und braucht Zeit. Am Anfang gabs hier nichts, man konnte auch keinen Kaffee trinken und kein gar nichts. Jetzt gibt es drei Ketten, in denen man Kaffee trinken kann. Oder auch so Rhythmen, wann ist es hier voll, diese Fahrradst\u00e4nder, diese Leihfahrr\u00e4der, die Nachts alle leer sind und morgens um acht sind die alle total voll. Abends ist hier nichts los, ist total tot. Also, Tourismus ist schonmal eins der wichtigsten Elemente von Stadt, also als Einkommensquelle\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr size=\"2\" width=\"100%\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>15\u201905\u2019\u2019<br \/>\n\u2026 or &#8211; today &#8211; far more likely to be the credit institutions and the banks and the financiers steal it back. Capital doesn\u2019t care where it realises the surplus value. does it realise it in the workplace or does it realise it in the living space. And increasingly we have an economy of dispossession which is working in the living space which is compensating for the fact that they are not managing to make to much in the way of extracting surplus value out of the workspaces. So all of this suggests to me that we should be really thinking seriously about these underlying unities and thinking about the organisational forms \u2026<br \/>\n\u2026 und die nur so: Hach, wir haben uns diese Wohnung angeguckt und wir ziehen hier ein und ich freu mich schon so, und die waren so enthusiastisch, weil sie sich gerade so einen Showroom angeguckt haben und dass sie endlich hierhin ziehen, wo sie sich\u2019s immer gew\u00fcnscht haben, und tauschen sich dar\u00fcber aus, und ich dachte: das gibt es \u00fcberhaupt nicht. Wieso m\u00f6chte man hierhin ziehen? Naja, man wollte immer schon am Wasser wohnen und im Hafen, und das wird doch jetzt hier gut, und wohin soll man sonst &#8211; und das ist eine attraktive Wohngegend auch f\u00fcr junge Familien \u2026<br \/>\n\u2026 Things like Hanseatic League. Well &#8211; imagine &#8211; if we had a league of socialist cities. What that would look like. Wonderful idea, you know, wonderful image. But we never really think in those terms. And I\u2019m kind of saying that we should be thinking and imagining in those terms and working towards the possibility that this is a way to go. The other thing about organising a whole city is, it moves us up a notch in the scale problem. We have a lot of organisational forms right now that look very good from the standpoint of organising very small scale units \u2026<br \/>\n\u2026 sich mit den Herausforderungen der Zukunft auseinander setzt, also: wie will ich eigentlich in Zukunft leben. Diese Geschichte kann man in der Hafencity &#8211; also im Hamburg in G\u00e4nze, und speziell mit gewissen Facetten der Hafencity &#8211; erz\u00e4hlen. Es gibt Veranstaltungen, die k\u00f6nnen hier einfach nicht stattfinden, weil sie einfach nicht die Identit\u00e4t, den Anspruch, die Qualit\u00e4t dieser Hafencity verk\u00f6rpern. Weil die Positionierung einfach eine wertige, klassische Moderne Art und Weise ist und da passt vielleicht ein Auto nicht zwingend rein. Wir haben am Anfang zum Beispiel sehr sehr viel Wert gelegt darauf, dass wir hier Menschen \u2026<br \/>\n\u2026 wer baut denn diese Stadt eigentlich?Wer baut denn hier die ganze Zeit das? Wer sind die denn? Wo wohnen die? Zu 90% kommen die von Polen und die sind hier f\u00fcr ein paar Monate. Das ist halt tempor\u00e4r eine andere Stadt. Wo kriegen denn die ihr Bier her? Das ist eine andere Art von tempor\u00e4ren St\u00e4dten sind, die passieren, und die ja vielleicht auch gar nicht so anders sind als eine Stadt voller Erasmus-Studierender, die auch f\u00fcr ein halbes Jahr da sind \u2026<br \/>\n\u2026 to build a socialist city on the ruins of a capitalist urbanisation process which has been highly destructive. Highly destructive of social relations, highly destructive environmentally, highly destructive in terms of the possibility of having a genuinely political kind of life. Highly destructive of the urban commons, highly destructive of many of the institutional forms that ons existed to give some sort of coherence \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr size=\"2\" width=\"100%\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>19\u201921\u2019\u2019<br \/>\n\u2026a whole city is, it moves us up a notch in the scale problem \u2026<br \/>\n\u2026 R\u00e4ume zu verlassen, zu \u00f6ffnen. Nicht sofort den fiskalischen Effekt sehen, sondern tats\u00e4chlich auch zu verstehen, dass Rauhes sich entwickeln muss durch Freiheit und dadurch ein Wert entsteht der vielleicht auch gar nicht monetarisierbar Mistaber faktisch zur Identit\u00e4t beitr\u00e4gt. Und wenn man sich jetzt die Hafencity nur alleine anguckt, ist es nat\u00fcrlich so: man kann auf dem Rei\u00dfbrett das entwickeln. Jetzt ist aus meinem Kenntnisstand es nirgendwo so gewesen \u2026<br \/>\n\u2026 dunkle Ecken hat oder irgendwas Geheimnisvoll ist, oder dass man nicht genau wei\u00df, was passiert oder dass sehr viel Informalit\u00e4t ist, dann ist das nat\u00fcrlich schwierig zu planen. Weil, das widerspricht sich ja auch. Also eine Unkontrolliertheit oder eine Informalit\u00e4t zu planen ist eben schwierig. Planning the unplanned. Wie geht das? Oder wie kann man diesen Platz lassen, dass etwas entstehen kann, wo man nicht genau wei\u00df was passiert. Ganz Neuk\u00f6lln ist aus dem Boden gestampft worden. Vor hundert Jahren. Oder vor nicht mal ganz hundert Jahren. Da gabs nichts und alles sieht gleich aus und alles sind f\u00fcnf Meter breite B\u00fcrgersteige oder Gehwege &#8211; und da ist dann ja doch was passiert. Also ist die Frage der Zeit, ist das eine Frage? Das ist zum Beispiel so ein Zeichen, wenn man Stadt auch l\u00e4ngerfristig planen will \u2026<br \/>\n\u2026 so we really got to start thinking this time about alternatives right now. This strikes me as a great idea. You\u2019re talking about workers that include the domestic workers that includes the taxi drivers that includes all of those workers who actually play a very significant role in supporting urban life. Foundational. And yet they can\u2019t be organised in traditional unions because you know there is no factory gate about outside \u2026<br \/>\n\u2026 f\u00fcr Weitere die dahin ziehen wollen, das ist Aufgabe von Stadtentwicklung. Und man muss nat\u00fcrlich irgendwie schauen dass man wenn es geht auch das Produkt weiter entwickelt. Wir wollen qualitativ wachsen, haben aber in dem Zusammenhang viel zu wenig Wohnungen gebaut. Was ist das Ergebnis? Ich ziehe Menschen an, weniger Wohnraum, Mieten steigen, die Leute k\u00f6nnen sich das nicht mehr leisten. Sozialer Unfrieden. Das geht nat\u00fcrlich nicht. Entweder ich sage, ich hab ne Wachstumsstrategie, dann muss ich aber dahinter auch die entsprechende Entwicklung der Infrastruktur schaffen. Stichwort Wohnbebauung, Stichwort Kita, Stichwort Schulen, und so weiter und so fort. Wenn ich das aber nicht kann &#8211; fiskalisch nicht kann, warum auch immer nicht kann, aus welchen Gr\u00fcnden auch sonst &#8211; dann kann ich nat\u00fcrlich auch nicht nach au\u00dfen treten und sagen, wir wollen wachsen. Und da haben sie v\u00f6llig Recht und deshalb auch da, jede Stadt muss man sich sehr genau angucken, und muss sagen: muss ich vielleicht mehr in die Qualit\u00e4t gehen also im Sinne dessen der Entwicklung des Standortes f\u00fcr die dort Lebenden erstmal. Um dann vielleicht in f\u00fcnf oder zehn Jahren wieder den n\u00e4chsten Schritt zu gehen, nochmal wachsen zu k\u00f6nnen \u2026 <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr size=\"2\" width=\"100%\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>22\u201928\u2019\u2019<br \/>\n\u2026 was hiesse das denn dann? Also jetzt nicht unbedingt die gr\u00fcnere, weil das gibts ja auch schon, die Konkurrenz um die gr\u00fcnste Stadt oder so was. Hm &#8211; Stadt &#8211; das Urbane. Also das k\u00f6nnte man wieder mit so einer Frage: Ist das jetzt so eine Gegen\u00fcberstellung Stadt &#8211; Land? ich glaube, damit kommen wir \u00fcberhaupt nicht mehr weiter. Wo f\u00e4ngt denn Stadt an und wo h\u00f6rt Stadt auf? H\u00f6rt das an den administrativen Grenzen auf? Was meint das denn? Man kommt auch nicht mit Dichte und Heterogenit\u00e4t weiter, weil: ist Rotenburg ob der Tauber jetzt ne Stadt oder n Dorf? Also ich glaube man kommt mit diesen Unterteilungen, wieviele Menschen wie in St\u00e4dten wohnen und was das eigentlich sein soll und das, was wir alles unter Stadt verstehen eigentlich schon so unterschiedlich \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr size=\"2\" width=\"100%\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>23\u201944\u2019\u2019<br \/>\n\u2026 es gibt eigentlich gar keinen gemeinsamen Nenner. Und trotzdem tun wir so als h\u00e4tten wir so ne Vorstellung von: was das w\u00e4re. Und dass das sich irgendwie unterscheidet von &#8211; was denn? &#8211; der L\u00fcneburger Heide? Meint das eigentlich Lebensformen? Miteinander Umgehen? meint das was von Fremdheit? Anonymit\u00e4t? Von Antagonismus den es da vielleicht mehr gibt? Aber auch das. Gibt\u2019s das an einem Ort mehr als an einem anderen? Vielleicht ist es ne Art von Lebensweise, ne Art von \u00d6konomie vielleicht auch, ist es ne Art von: miteinander-Umgehen, und dass sich \u00fcber verschiedene Umwelten &#8211; k\u00f6nnte man mal sagen &#8211; hinwegzieht. Oder auch umgekehrt, dieses ganze Aufs-Land-Geziehe, Landlust oder so, die St\u00e4dter ziehen ja aufs Land die ja da die ganze Zeit die Stadt ja auch mitnehmen \u2026<br \/>\n\u2026 you can act and do things which will potentially be disruptive to the flows of capital and transform if you like the metabolic relations of the city. Now if you take that part of course you gonna hit police repression and you gonna hit police riot but then a police riot doesn\u2019t necessarily clear a city either. It can also close it down. So, there\u2019s a lot of power which resides it seems to me in thinking about the urban as a place to organise and as a place to come back together and I think you\u2019re dead right about for example &#8211; my impression is that there is quite a lot of \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr size=\"2\" width=\"100%\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sound Art Series by Gruenrekorder<br \/>\nGermany \/ 2020 \/  Gruen 199 \/ LC 09488 \/ GEMA<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr size=\"2\" width=\"100%\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a name=\"reviews\"><\/a><strong>Rezensionen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Martin Hufner | <a href=\"https:\/\/hoerbar.nmz.de\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">H\u00f6rBar &#8211; neue musikzeitung<\/a><\/strong><br \/>\nA Radio-Play, altdeutsch, ein H\u00f6rspiel. Wie ein kluger Radioautor in den 60er Jahren bereits bemerkte, ein doppelter Imperativ als Kompositum. H\u00f6r\u2018! plus Spiel\u2018! Kann sein, dass man sich bewusst f\u00fcr die englische Form entschieden hat, das mehr in den Theaterbereich lugt \u2013 und das, obwohl das Theater hier gerade als Performance der Kl\u00e4nge und Worte zusammentrifft. Spielen wir also das Spiel?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Davon zuerst das Spiel: Stadt Land Fluss. Aber keine Bange, es gibt hier nicht ein eitles Wissensquiz in neuen Kl\u00e4ngen. Sondern, basierend auf den Musik-Theaterst\u00fccken, die Hannes Seidl mit Daniel K\u00f6tter in den letzten Jahren erschufen, eine Radioreduktion \u2013 oder, warum Reduktion? \u2013 Neusubstanziierung. Siehe auch die Anmerkungen von Hans-Peter Graf unter dem Titel \u201eH\u00f6ren mit dieser Technik ist ein gehendes H\u00f6ren \u2013 Stadt (Land Fluss) von Daniel K\u00f6tter und Hannes Seidl in Berlin\u201c in der nmz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man mache es sich nicht zu kompliziert, es handelt sich am Ende um ein wunderbar duftendes Tonwerk auf einer Klangwolke mit feingestrickter akustischer Grundsubstanz. Da hinein fallen erkennbare O-T\u00f6ne und Fieldrecordings. Es geht um Kultur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das ist klanglich wunderbar knusprig und \u00e4sthetisch latent politisch (Stadt-Kultur und Gesellschaft). Letzteres aber nicht zu sehr. Die Offenheit der \u00e4sthetischen Erfahrung bleibt die ganze Zeit erhalten und trotzdem l\u00e4sst es sich gut munkeln dabei. F\u00fcr mich eher eine Sache der Kontemplation.<br \/>\nDas alles ist gro\u00dfartig verpackt in Cellophanpapier mit CD auf Pappe und Heftchen auf der R\u00fcckseite, gesichert durch einen Gummiring. Radio, Hand, knisterndes Klangget\u00fcftel. Und das alles vom Sofa aus, oder dem Schreibtisch, oder unterwegs.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/hoerbar.nmz.de\/2021\/04\/hannes-seidl-daniel-koetter-stadt-land-fluss-a-radio-play-2021\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">link<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Martin P | <a href=\"https:\/\/www.musiquemachine.com\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Musique Machine<\/a><\/strong><br \/>\nHere\u2019s a rather odd package from Gruenrekorder, which consists of a printed piece of cardboard with a CD attached to the reverse, and a booklet held on with a rubber band &#8211; it&#8217;s unclear if this is conceptual or just pragmatic and somewhat ugly. The CD contains one long 42-minute track, \u2018Stadt [Land Fluss],\u2019 based on the music theatre piece of the same name by Daniel K\u00f6tter and Hannes Seidl, whilst the booklet compiles text from the piece and photographs from a performance of it.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u2018Stadt [Land Fluss]\u2019 explores issues of urban space, urban planning, architectural design, and the politics of the urban. The 42-minute track is an odd beast, equal parts engaging and, frankly, less-engaging. To summarise crudely, the piece is dominated by dark drones and enigmatic micro-sounds, and pounding electroacoustic sounds and raw field recordings; there are all manner of electronic noises, the scraping of guitars, aeroplanes flying overhead, rhythmic techno-esque sections, primitive whines, and obscure tones. These are deployed across a broad, wandering landscape which is overwhelmingly murky, ominous, and low key. The central element that might be somewhat decisive in how you receive \u2018Stadt [Land Fluss]\u2019 is the use of speech samples, which illustrate and examine the themes of the release. These are scattered, if near-constant, across the 42 minutes, and transcribed in the accompanying booklet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Shorn of the booklet, \u2018Stadt [Land Fluss]\u2019 is a pleasant, if cryptic work which does indeed sound like a radio play &#8211; simply due to the combination of voices and raw textural noises. There are moments where it sags or stalls a little, and I found it worked well as background ambience &#8211; which I suspect is not the intention of K\u00f6tter and Seidl. Whilst it\u2019s not remotely Dark Ambient, it does approach those atmospheres. However, the content of the speech samples, and the accompanying booklet, raise the spectre that this all \u2018means something\u2019 and something important &#8211; and indeed it does; however, the CD alone doesn\u2019t, for me at least, convincingly elaborate on the urban themes of the release &#8211; and the transcription in the booklet doesn\u2019t reference the authors quoted, nor point to further reading. So the polemical and ideological aspects of the project don\u2019t fully hit home, but it does begin the mind thinking on an increasingly urgent area of modern life.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.musiquemachine.com\/reviews\/reviews_template.php?id=8490\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">link<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gerardo Scheige | <a href=\"https:\/\/texte.musiktexte.de\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">MusikTexte 168<\/a><\/strong><br \/>\nDas Morgen im Heute<br \/>\nZum H\u00f6rspiel \u201eStadt [Land Fluss]\u201c von Daniel K\u00f6tter und Hannes Seidl<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ist unser Planet bereits vollst\u00e4ndig kartographiert? Unz\u00e4hlige im Weltall kreisende GPS-Satelliten, die jeden Millimeter der Erde abgemessen haben d\u00fcrften, dr\u00e4ngen uns f\u00f6rmlich ein entschiedenes Ja auf. Dennoch: W\u00e4re die Welt ein Gem\u00e4lde, st\u00fcnde die Sichtbarkeit aller Farbtupfer nicht zwingend f\u00fcr das Erkennen und Begreifen ihrer Zusammenh\u00e4nge. Genauso verh\u00e4lt es sich im Kleinen mit der (Gro\u00df-)Stadt, diesem paradigmatischen modernen Mikrokosmos. Geb\u00e4ude, Stra\u00dfen, Parks, Kanalisationssysteme, Lichtsignalanlagen stellen eine visuelle und haptische Ordnung her, die ein schier endloser, aus Stimmen, Hupen und Sirenen gekn\u00fcpfter Ger\u00e4uschteppich erg\u00e4nzt, hinterfragt und bisweilen wieder aufhebt. Und mittendrin: das Individuum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201e &#8230; It always seemed to me that we should pay much more attention to the question of who produces and reproduces urban life\u2026\u201c: Nach einer Minute mit elektroakustischen Kl\u00e4ngen, rufenden Kindern und einem vorbeirauschenden Flugzeug spricht eine M\u00e4nnerstimme \u00fcber die Produktion und Reproduktion des urbanen Lebens. Wer zeigt sich daf\u00fcr verantwortlich? Und wie? So beginnt das 2020 realisierte H\u00f6rspiel \u201eStadt [Land Fluss]\u201c von Daniel K\u00f6tter und Hannes Seidl nach dem gleichnamigen, abendf\u00fcllenden Musiktheaterst\u00fcck von 2017. Im Werkkommentar zu letzterem fragt der Komponist Seidl konkret nach den akustischen Eigenschaften einer Stadt als gesellschaft\u00adlichem Raum: \u201eIn STADT (LAND FLUSS) sp\u00fcren wir der sozialen Dimension der Klanglichkeit einer Stadt nach, die noch immer von Stadtplanern und Architekten vernachl\u00e4ssigt wird. Wie klingt die Stadt, wie k\u00f6nnte sie klingen? Wer hat das Recht, den Stadtraum zu gestalten und seine Grenzen zu definieren?\u201c Der erste Teil einer Trilogie \u2013 es folgten \u201eLand [Stadt Fluss]\u201c (2018) und \u201eFluss [Stadt Land]\u201c (2019) \u2013 nimmt unterschiedliche Perspektiven ein und durchschreitet buchst\u00e4blich verschiedene R\u00e4u\u00adme, um \u201edie radikal vernetzte Stadt h\u00f6rbar und die Auswirkungen ihrer permanenten Ver\u00e4nderung sinnlich erfahrbar\u201c zu machen. Die B\u00fchne wird begehbar, diegetische R\u00e4ume und deren Grenzen werden ausschlie\u00dflich durch Trennw\u00e4nde angedeutet, w\u00e4hrend sich das ,wahre\u2018 urbane Leben drau\u00dfen abzuspielen scheint. Eindr\u00fccke davon erhalten die Zuschauenden lediglich per Smartphone-Videos, so dass der stets im Wandel begriffene Organismus Stadt sich als imagin\u00e4res Gebilde entpuppt; ein Umstand, der in der H\u00f6rspielfassung besonders zum Tragen kommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier knistert es. Dem pausenlosen Rauschen und Knacken wohnt eine ungeduldige, auf den n\u00e4chsten Augenblick lauernde Stimmung inne, in der sich Zukunft und Ver\u00e4nderung manifestieren. F\u00fcr (An-)Spannung sorgen vorrangig die Kl\u00e4nge elektromagnetischer Felder, deren sonst unh\u00f6rbare Schwingungen Christina Kubisch mittels Induktionsspulenkopfh\u00f6rer h\u00f6rbar macht. Im \u00fcbertragenen Sinne wird das Aufdecken vorhandener, aber nicht vernehmbarer Kl\u00e4nge zu einer Handlungsmaxime: Im Heute liegt bereits das Morgen verborgen, den Zukunftsschl\u00fcssel haben wir gegenw\u00e4rtig in der Hand. Und die Stadt? \u201eBulldozer planieren die W\u00fcste, Wohnviertel werden eingez\u00e4unt, Strom durchzieht das Informelle, eine Menschenmenge besetzt den Mittelstreifen\u201c, hei\u00dft es im Werkkommentar weiter. Wie sang die Band \u201eFehlfarben\u201c vor vierzig Jahren? \u201eKeine Atempause. Geschichte wird gemacht. Es geht voran.\u201c Dass Einzelne bei aller Zielstrebigkeit auf der Strecke bleiben beziehungsweise aus der Spur geraten, findet in \u201eStadt [Land Fluss]\u201c eine musikalische Entsprechung, wenn Sebastian Berweck die Nadel seines Plattenspielers kleinschrittig \u00fcber kreisende Rillen flanieren l\u00e4sst. Gewisserma\u00dfen als Nebenprodukt entstehen dabei \u2013 zusammen mit den akustischen Beitr\u00e4gen von Martin Lorenz und Andrea Neumann \u2013 flirrende Klangbilder, die der Idee von Soundscape bewusst widersprechen. Mit konkreten Objekten generieren Musikerin und Musiker wiederum eine abstrakte Klangwelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und die gesprochenen Passagen? Sie erz\u00e4hlen von urbanen Problemen und Herausforderungen, etwa in der Hambur\u00adger HafenCity rund um die Elbphilharmonie. Das von Hannes Seidl und Filmemacher\/Theaterregisseur Daniel K\u00f6tter nach Zitaten unterschiedlicher Provenienz erarbeitete, mitabgedruckte Skript fragt nach Chancen und Entwicklungen einer modernen, klimaneutralen, gerechten Stadt. Vieles scheint m\u00f6glich. Alles bleibt offen \u2013 worauf die durchdachte, nachhaltige Aufmachung der beim Frankfurter Label Gruenrekorder ver\u00f6ffentlichte Compact Disc bereits hinweist: Undefinierte, voneinander nicht abgegrenzte, nur rudiment\u00e4r kartographierte R\u00e4ume k\u00fcnden von Freiheit. Was zun\u00e4chst nach \u00fcbertriebenem Pathos klingt, ist jedoch Programm. Alle k\u00f6nnen, d\u00fcrfen, sollen mitdiskutieren, mitplanen, mitarbeiten. Es m\u00fcssen Entscheidungen getroffen werden. Und genau darin liegen Vor- und Nachteil der H\u00f6rspielfassung gegen\u00fcber dem Musiktheater \u201eStadt [Land Fluss]\u201c. L\u00e4sst letzteres durch seine interaktive Faktur noch eine Vielzahl an Versionen zu, zieht erstere als festgelegter Parcours t\u00f6nende Mauern hoch, baut akustische Stra\u00dfen und Parkanlagen, denkt klanglich \u00fcber Mobilit\u00e4t nach. Die Entscheidung f\u00fcr eine Stadt ist notwendig \u2013 in einem Traumschloss l\u00e4sst sich n\u00e4mlich schlecht \u00fcberwintern \u2013, gibt aber zugleich andere Optionen preis. So k\u00f6nnte es also sein. Oder doch ganz anders?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine konstant anschwellende Spannung, die sich der oben erw\u00e4hnten Klang\u00aderzeu\u00adgung verdankt, dr\u00e4ngt einerseits unaufh\u00f6rlich nach vorne, w\u00e4hrend ihre kontinuierliche Wandlung andererseits f\u00fcr ein kontemplatives Moment sorgt. Zwischen Minute achtzehn und neunzehn findet eine ebenso geradlinige wie richtungslose klangliche Verdichtung statt, die sich im gesprochenen Text spiegelt: \u201eEine Unkontrolliertheit oder eine Informalit\u00e4t zu planen, ist eben schwierig. Planning the unplanned. Wie geht das?\u201c, hei\u00dft es aus dem Off. Diese vordergr\u00fcndig mittels Sprache artikulierte Planbarkeit weicht allm\u00e4hlich einer um sich greifenden Klanglandschaft, die jeden Gedanken zu \u00fcberwuchern scheint. In den letzten vierzehn Minuten dominieren Rauschen, Surren und Flirren \u2013 stoisch und doch voller \u00dcberraschungen. Die von Seidl geforderte soziale Dimension von Klanglichkeit gewinnt schlie\u00dflich die Oberhand. Mit diesem konsequenten und \u00fcberzeugenden Kunstgriff wird das gesprochene Wort ,denkende\u2018 Musik: \u201eSo, there\u2019s a lot of power which resides it seems to me in thinking about the urban as a place to organise and as a place to come back together [\u2026].\u201c Gemeinsam eine Stadt erbauen. F\u00fcr alle. Neben Ideen, M\u00f6rtel und Strom ist ein weiterer Aspekt entscheidend: zuh\u00f6ren. \u201eStadt [Land Fluss]\u201c redet nicht nur dar\u00fcber, sondern macht es direkt vor.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/texte.musiktexte.de\/mt-168\/291\/zum-horspiel-stadt-land-fluss-von-daniel-kotter-und-hannes-seidl\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">link<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.textura.org\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">textura<\/a><\/strong><br \/>\n[&#8230;] Adventurous too is Stadt (Land Fluss) by media artist Daniel K\u00f6tter and composer Hannes Seidl. Pitched as a \u201cradio play on the sound of the city,\u201d the single-track release blends music (Sebastian Berweck, Martin Lorenz, Andrea Neumann) and electromagnetic sounds (Christina Kubisch) with text K\u00f6tter and Seidl developed using quoted material by David Harvey, Kathrin Wildner, Thorsten Fausch, and others. Presentation is again striking, with the CD attached to a cardboard base tucked inside a sixteen-page booklet showing the speakers&#8216; words plus photos of the piece being performed and attendees listening to the material on headphones.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>During the forty-two-minute presentation, multiple speakers pontificate on urban matters and proposed modifications to the city structure, the work amounting to a town council session about the form future living might take. In combining elements as it does, Stadt (Land Fluss) could be described as a sound collage; unlike some works of that kind, however, K\u00f6tter and Seidl&#8217;s eschews abrupt collisions for a smooth flow, with electronics, environmental elements, planes, and voices arranged into a fluid, ever-mutating flow. English and German speakers appear, sometimes overlapping, with the sound design never so dominant it obscures the clarity of their words.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Issues of trade, tourism, industrial development, financing, public spaces, policing, urban control, socialism, and identity arise as historical cases are referenced to strengthen positions (Haussmann in Paris and mobilizations in Argentina as examples). Details accumulate to form a dense stream of electronic and real-world sounds, the texts less converging into shared viewpoints but instead accentuating the vast number of perspectives that emerge when such issues are broached\u2014more questions than answers, in other words. Perhaps that&#8217;s one reason why the sound design seems to grow denser as the piece progresses, with the buzzing mix perhaps intimating that positions lose ground when they multiply so abundantly. As the work&#8217;s end approaches, the speakers tellingly recede from view and the city as a bustling, sprawling organism takes over, almost as if it&#8217;s got a mind of its own.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Are Circles and Cycles and Stadt (Land Fluss) musical works? Not in any conventional sense, yet they are music, albeit strange music, of a particular kind\u2014they&#8217;re Gruenrekorder projects after all, and one would be naive to expect anything but something unusual from this always compelling label.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.textura.org\/archives\/a\/augenstern_kotterseidl.htm\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">link<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rigobert Dittmann | <a href=\"http:\/\/www.badalchemy.de\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Bad Alchemy Magazin (109)<\/a><\/strong><br \/>\nAllein hat der Filme- &#038; Musiktheatermacher DANIEL K\u00d6TTER das Mittelmeer KATALOisiert (2013), f\u00fcr &#8218;Hashti Tehran&#8216;, &#8218;Desert View&#8216; &#038; &#8218;Rift Finfinnee&#8216; (2017-20) hat er die Kamera auf Teheran, Cairo und Addis Abeba gerichtet. Zusammen mit dem Komponisten HANNES SEIDL realisierte er den Multi-Channel-Triptychon &#8218;Arbeit und Freizeit&#8216; (2009-11) und die musiktheatralische Trilogie &#8218;Falsche Arbeit, Falsche Freizeit&#8216;, dessen dritter Part Stadt [Land Fluss] (Gruen 199 w\/Booklet) nun mit dem Akzent auf Stadt als H\u00f6rspiel erklingt. Unter Einschluss von Sounds von Christina Kubisch und Musiken von Sebastian Berweck, Martin Lorenz und Andrea Neumann, zu eigenen Texten und Zitaten des neomarxistischen Humangeographen &#038; Sozialtheoretikers David Harvey. Am Beispiel der Hafencity Hamburg wird nach der DNA einer Stadt gefragt: Who produces&#8230;, who reproduces the city? Die zahlungskr\u00e4ftige HafenCity-Klientel? Elphi-Touristen? Stadtentwicklung als Kopfgeburt am Rei\u00dfbrett und auf dem Immobilienmarkt erweist sich als highly destructive f\u00fcr das Wesen von Urbanit\u00e4t. Wobei mir der in der Diagnose recht allgemeine und hinsichlich von Gegenvorschl\u00e4gen vage und abstrake Text keine Alternativen aufsteckt. Das Ungeplante zu planen, sei nun mal schwierig. Hohe Mieten, fehlende Infrastrukturen und der Verdr\u00e4ngungswettbewerb stressen die Kommunit\u00e4t. Gerade die Systemrelevantesten k\u00f6nnen sich die Stadt nicht mehr leisten, und die drau\u00dfen auf dem Land murren eh, dass Stadtluft nur die Eliten frei macht. Die Klangebene liefert sanfte Drones, perkussiv klackende oder flatternde Akzente, rauschende D\u00fcsenmaschinen, ferne Kinderstimmen, monotone oder knattrige Electronica. Dazu kommt, vordergr\u00fcndig, der (englische) Booklettext als locker plaudernder Vortrag in deutsch, durchsetzt mit O-Ton von Freund Harvey. Die S\u00e4tze verdunsten ins Diffuse eines dr\u00f6hnenden, vom Geschrei der spielenden Kinder und knattrigen Pixeln durchsetzen Ambientes. Viele P\u00fcnktchen, wenig Punkte.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.badalchemy.de\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">link<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frans de Waard | <a href=\"http:\/\/www.vitalweekly.net\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">VITAL WEEKLY<\/a><\/strong><br \/>\nThe other release is a radio play by composer Hannes Seidl and media artist Daniel K\u00f6tter and it&#8217;s about &#8218;the city&#8216;, &#8222;What does, what could the city of the future sound like?&#8220; To that end, there are texts, music, interviews and an installation\/music theatre piece. Some text is in German and some in English, but much just went by me (me and texts; that&#8217;s common to happen). The text is also available in an English translation in the booklet. The music is by Sebastian Berweck, Martin Lorenz, and Andrea Neumann, while Christina Kubisch provided electromagnetic sounds. If I&#8217;m honest (and I should be) I quite enjoyed this what it is probably not; or, perhaps, not intended as such, and that is a piece of music. The text I took for granted and the music is quite nice in a sort of electro-acoustic mix of three people improvising their material. With the field recordings used, sounds from the city being re-shaped, children playing or harbour sounds, there is indeed that city-like feeling. Of course, there are many more layers to this piece, which sort of eluded me. I&#8217;m sure one day I will get it. For now, I thought this was quite a lovely radiophonic work.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.vitalweekly.net\/1262.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">link<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; \u201eStadt (Land Fluss)\u201c | Daniel K\u00f6tter &#038; Hannes Seidl English | Deutsch Gruen 199 | Audio CD (+ Digital) | Digital &gt; [Bestellung] Rezensionen &nbsp; Ein H\u00f6rst\u00fcck \u00fcber den Klang der Gro\u00dfstadt. Bulldozer planieren die Brache, Wohnviertel werden eingez\u00e4unt, Stromkabel durchziehen das Bauland, eine Menschenmenge besetzt den Mittelstreifen. \u201eStadt (Land Fluss)\u201c macht die radikal [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-18530","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/18530","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18530"}],"version-history":[{"count":29,"href":"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/18530\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20973,"href":"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/18530\/revisions\/20973"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18530"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}