{"id":18744,"date":"2020-12-10T09:55:35","date_gmt":"2020-12-10T09:55:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/?page_id=18744"},"modified":"2022-03-05T22:45:40","modified_gmt":"2022-03-05T22:45:40","slug":"resonant-dowland-matthias-engelke","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/?page_id=18744","title":{"rendered":"Resonant Dowland | Matthias Engelke"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"border: 1px solid black;\" title=\"Resonant Dowland | Matthias Engelke\" src=\"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/Photos\/gruen_197.jpg\" alt=\"Resonant Dowland | Matthias Engelke\" border=\"1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Resonant Dowland | <a href=\"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/?page_id=18756\">Matthias Engelke<\/a><\/strong><br \/>\nGruen 197 | Audio CD &gt; [<a href=\"https:\/\/shop.gruenrekorder.de\/?full#Gruen_197\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">order<\/a>]<br \/>\n<a href=\"#reviews\">Reviews<\/a><br \/>\nngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Resonant Dowland represents an individual and contemporary interpretation of the songs of Renaissance composer John Dowland. His songs, flying in from the past, become completely subjective by their full integration into an electronically generated world of sound where they are absorbed structurally, gesturally and sonically. This digital recomposition and the aura of Dowland`s songs meld together in a surprising, gentle and respectful, even symbiotic way. The resounding fragments from a mysterious past find their echo in the acoustic chamber of our present world, which receives them into its own digitally-processed musical space without endangering their centuries-old magical essence. <em>Resonant Dowland<\/em> connects a creative musician of the Elizabethan age, on the threshold of discovering musical individuality, with his colleague who, separated by centuries, lives in an age of digital absorption of sound, in music whose unequal layers shine iridescently through each other. The central idea of this electronic <em>renaissance<\/em> could be represented by the image of the palimpsest, the <em>res facta<\/em> of the past, that has seen several lives.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tracklist:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>01 | Weep you no more, sad fountains<br \/>\n(The Third And Last Booke of Songs or Aires, 1603, no. 15)<br \/>\n02 | Interlude<br \/>\n03 | Sorrow, stay<br \/>\n(The Second Booke of Songs or Ayres, 1600, no. 3)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/mp3\/01_sorrow_stay.mp3\">MP3<\/a><br \/>\n04 | Flow my tears<br \/>\n(The Second Booke of Songs or Ayres, 1600, no. 2)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/mp3\/02_flow_my_tears.mp3\">MP3<\/a><br \/>\n05 | Come again: Sweet love doth now invite<br \/>\n(The First Booke of Songes and Ayres, 1597, no. 17)<br \/>\n06 | Go crystal tears<br \/>\n(The First Booke of Songes and Ayres, 1597, no. 9 )<br \/>\n07 | Fine knacks for ladies<br \/>\n(The Second Booke of Songs or Ayres, 1600, no. 12)<br \/>\n08 | I must complain<br \/>\n(The Third And Last Booke of Songs or Aires, 1603, no. 17)<br \/>\n09 | White as lilies was her face<br \/>\n(The Second Booke of Songs or Ayres, 1600, no. 15)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.gruenrekorder.de\/mp3\/03_white_as_lilies_was_her_face.mp3\">MP3<\/a><br \/>\n10 | The lowest trees have tops<br \/>\n(The Third And Last Booke of Songs or Aires, 1603, no. 19)<br \/>\n11 | Lady if you so spite me<br \/>\n(A Musicall Banquet, 1610, no. 9)<br \/>\n12 | In darkness let me dwell<br \/>\n(A Musicall Banquet, 1610, no. 10)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>12 Tracks (78\u203259\u2033)<br \/>\nCD (500 copies)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>CD contains:<br \/>\nFoto series \u201eLicht\/Light\u201c by Gustav Franz \/ <a href=\"http:\/\/www.gustavfranz.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.gustavfranz.de<\/a><br \/>\nEssay \u201ePalimpsest\u201c in German and English by Christian Lemmerich<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sound Art Series by Gruenrekorder<br \/>\nGermany \/ 2020 \/ Gruen 197 \/ LC 09488 \/ GEMA \/ EAN 195497263899<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr size=\"2\" width=\"100%\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a name=\"reviews\"><\/a><strong>Reviews<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.mannheimer-morgen.de\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Mannheimer Morgen<\/a> (25.5.2021) <\/strong><br \/>\nDas Portr\u00e4t: Der Komponist Matthias Engelke bearbeitet 400 Jahre alte Lautenlieder von John Dowland elektronisch Renaissance im Klanglabor <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit Matthias Engelke kann man sich \u00fcber viele Dinge unterhalten. Unter anderem \u00fcber \u201epost-petrarcistische\u201c Gedichte, Minnelieder und Miles Davis. Aber auch \u00fcber Corona: Engelke, ein Komponist und Sounddesigner, der gerade eine Aufnahme von elektronisch \u00fcberarbeiteten Lautenliedern von John Dowland auf den Markt gebracht hat, hat n\u00e4mlich Molekularvirologie studiert. Er deutet an, dass er in dieser Pandemie-Zeit ungef\u00e4hr auf einer Linie mit Karl Lauterbach und Christian Drosten liege. Engelke bedauert, dass die rationale, wissenschaftliche Betrachtungsweise in der \u00f6ffentlichen Diskussion oft einen schweren Stand habe. Beim Telefongespr\u00e4ch mit ihm f\u00e4llt die Verst\u00e4ndigung indessen leicht: \u201eDann doch lieber \u00fcber John Dowland reden.\u201c Engelkes CD basiert auf der Musik zu einer schon 2013 aufgef\u00fchrten Tanztheaterproduktion, auch wenn sie sp\u00e4ter f\u00fcr die Tonaufnahme substanziell ver\u00e4ndert wurde. Als \u201eHauskomponist\u201c (das Wort klinge ein wenig altbacken, beklagt er sich) der auch in Heidelberg sehr gut bekannten Tanztheatermacherin Irina Pauls ist Engelke schon um die 20 Mal hervorgetreten. Doch zum ersten Mal erscheint das nun als Tontr\u00e4ger, mit Ende 40 deb\u00fctiert Matthias Engelke als Platten-Interpret. Warum? Wohl auch, weil Dowland, dieser alte Meister aus der Shakespeare-Zeit um 1600, eine alte Jugendliebe von ihm ist: Er war damals erst 16, und er h\u00f6rte eher &#8211; \u201eHardcore\u201c, wie er sagt &#8211; die Platten von Miles Davis. Aber seine Mutter war Alte-Musik-Fl\u00f6tistin, schrieb als solche sogar Lehrb\u00fccher, deshalb begegnete er irgendwann auch Dowland. Es war eine tiefe, pr\u00e4gende Erfahrung, Engelkes CD \u201eResonant Dowland\u201c ist auch eine Reise in die eigene Erinnerung. Und eine in die sp\u00e4te Renaissance, in Dowlands bitters\u00fc\u00dfe Welt aus 1000 Tr\u00e4nen, voller stilisierter Traurigkeit. Aber die Resonanzen sind zugleich (Theater-) r\u00e4umlicher Natur, B\u00fchnen-Erfordernisse und -Erfahrungen flie\u00dfen mit ein. Die Laute hat Matthias Engelke gestrichen, er hat Dowlands Lieder f\u00fcr Tenorstimme und Elektronik eingerichtet. Die Tenorstimme ist gro\u00dfartig, bestechend klar und dennoch anr\u00fchrend l\u00e4sst sie den originalen Zauber der Musik Ereignis werden. Ungenannt bleibt r\u00e4tselhafterweise, wer der Eigent\u00fcmer dieser Stimme ist. Doch Engelke setzt uns ins Bild: Der Jungtenor der B\u00fchnenproduktion von damals ist inzwischen ein gefragter Oratoriens\u00e4nger, eine Agentur h\u00fctet sein Image und will eher nicht, dass es mit solchen k\u00fcnstlerischen Wagnissen verbunden wird. Wir haben seinen Namen zwar inzwischen recherchiert. Aber wir wahren seine Anonymit\u00e4t. Matthias Engelke umgibt die hell und warm timbrierte Stimme nun mit seiner Elektronik, die mit manchmal perkussiver Energie aufwartet, aber \u00fcberwiegend karg-ger\u00e4uschhaft bleibt und Dowlands Melodien nicht mit Harmonien unterf\u00fcttert. Welten treffen aufeinander, es wirkt anfangs wie Musik von jeweils anderen Planeten. Ein Verlust an W\u00e4rme k\u00f6nnte drohen, in gewisser Weise ist das, was wir h\u00f6ren, eine musikalische Versuchsanordnung des studierten Chemikers und Biologen Engelke. Er sagt, dass dieser Hintergrund f\u00fcr seine k\u00fcnstlerische Arbeit durchaus wichtig sei und seinen \u201eUmgang mit Strukturen\u201c inspiriere: \u201eAbstraktion ist eine tolle Sache.\u201c \u201eCome Again\u201c, der vielleicht gr\u00f6\u00dfte Dowland-Hit, wird fragmentiert, hier wird auch ausnahmsweise die Gesangsspur aufgebrochen und verfremdet. Doch das sei der liebestollen Dringlichkeit des Lieds geschuldet, sagt der Komponist. Er fasst die Vorlagen halt doch nicht mit Laborhandschuhen an. Wenn sich der H\u00f6rer an das Vorgehen Matthias Engelkes gew\u00f6hnt hat, wird ihm immer klarer, dass die Vorlagen und die Bearbeitungen ein symbiotisches Verh\u00e4ltnis pflegen. Engelke bevorzugt f\u00fcr das Resultat den sch\u00f6nen, alten Ausdruck \u201ePalimpsest\u201c: Er \u00fcberschreibt und \u00fcbermalt also das Vorgefundene und \u00dcberkommene. Gibt es Verbindungen zur popul\u00e4ren \u201eRecomposed\u201c-Methode von Max Richter \u2013 die selbst die \u201eVier Jahreszeiten\u201c von Vivaldi noch ein bisschen popul\u00e4rer machen will, als sie l\u00e4ngst sind? Da r\u00fcmpft Matthias Engelke am Telefon die Nase: Nein, mit Richter m\u00f6chte er doch lieber nicht in einen Topf geworfen werden. Braucht der \u201eEnglish Orpheus\u201c Dowland fremde Hilfe \u00fcberhaupt? Im Grunde nicht. Die elegante, zeitlose Melancholie der Lieder f\u00fchrte sp\u00e4testens mit den Bearbeitungen Benjamin Brittens zu einer bis heute virulenten Dowland-Renaissance. Selbst Popstar Sting hat ihr gehuldigt. Engelke hat seinen eigenen, sehr individuellen Weg gefunden. Er sucht N\u00e4he und wahrt doch Distanz. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Komposition und Sounddesign: Matthias Engelke<br \/>\nIn Stuttgart auf die Welt gekommen, lebt Matthias Engelke in Frankfurt. Studium der Biologie und Chemie in Freiburg, Promotion in Heidelberg. Klavierstudien in Jazz und Klassik, gr\u00fcndliche Besch\u00e4ftigung mit elektronischer Musik. 2001 beginnt seine Zusammenarbeit mit der Tanztheatermacherin Irina Pauls an Produktionen, die in Leipzig, Dublin, Heidelberg und anderswo gezeigt wurden. Matthias Engelke schreibt au\u00dferdem Musik zu Sprechtheaterst\u00fccken und setzt neuerdings verst\u00e4rkt Live-Elektronik ein, dazu geh\u00f6rte auch eine Performance in der Schirn Kunsthalle Frankfurt. \u201eResonant Dowland: Songs for Tenor &#038; Electronics\u201c gibt es als CD und Download \u00fcber www.gruenrekorder.de und auf den einschl\u00e4gigen Streaming-Plattformen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mannheimer-morgen.de\/leben\/treffen_artikel,-treffen-komponist-engelke-bearbeitet-alte-lieder-elektronisch-renaissance-im-klanglabor-_arid,1800791.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">link<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eva-Maria Magel | <a href=\"https:\/\/www.faz.net\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">FAZ<\/a> (21.1.2021 &#8211; FRANKFURT) <\/strong><br \/>\nSteht dieses lyrische Ich in einer alten Fabrikhalle? So klingt es, wenn die bet\u00f6rende Stimme \u201eFlow My Tears\u201c intoniert. Hier ein Schaben, dort ein leichter Hall, hier so etwas wie ein zerborstenes Fenster. Der einsame S\u00e4nger aus dem fru\u0308hen 17. Jahrhundert, eine geniale Inszenierung des h\u00f6fischen Fru\u0308hbarock, scheint in einem Eisenwerk des fru\u0308hen 20. Jahrhunderts zu stehen, w\u00e4hrend die Relikte der Industrie leise vor sich hin knarren. Es sind vor allem die Orte der Moderne, bisweilen aber auch Natur, die John Dowlands beru\u0308hmte Lieder sanft in unsere Gegenwart heben. Die Betonung liegt auf sanft. Denn es mag hier mal krachen und dort knarren, es gibt auch zackige Beats. Aber am Wohlklang dieser fast \u00e4therischen Stimme ru\u0308hrt fast nichts. \u201eResonant Dowland. Songs for Tenor and Electronics\u201c nennt Matthias Engelke sein Solo-Debu\u0308t, soeben als CD erschienen beim fu\u0308r experimentelle Tonkunst bekannten Hanauer Label Gruenrekorder und auf Downloadplattformen erh\u00e4ltlich. Resonanz zu erzeugen ist Engelkes Anliegen mit diesen \u00dcber-Kompositionen oder vielmehr: Resonanzr\u00e4ume. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In zw\u00f6lf Tracks aus Dowlands Songbooks (1600 bis 1610) wandern die H\u00f6rer durch zw\u00f6lf Klangraumwelten. Der Gesang selbst wird zuweilen transponiert und u\u0308berlagert, mal in r\u00e4umliche Effekte gebracht, aber nie fragmentiert, zerschlagen, dekonstruiert. Engelke baut lieber, als dass er auseinanderbaut. Sein r\u00e4umliches, theatrales Denken, das fu\u0308r jeden der Songs regelrecht eine Bu\u0308hne erfindet oder findet, den die Zuh\u00f6rer ausmessen k\u00f6nnen, hat seine Gru\u0308nde. Engelke, 1972 in Stuttgart geboren und seit gut zw\u00f6lf Jahren in Frankfurt ans\u00e4ssig, hat in den vergangenen fast 20 Jahren haupts\u00e4chlich fu\u0308r Tanz und Schauspiel komponiert. Das Denken in Raum und Bewegung ist ihm beim Komponieren zur zweiten Natur geworden. Wobei Musik fu\u0308r ihn vor allem eine digitale und elektronische Angelegenheit ist. Immer mal wieder, als Teil eines Ensembles oder in Inszenierungen, sitzt Engelke zwar am Flu\u0308gel. Aber schon Anfang der neunziger Jahre hat er die elektronische Musik fu\u0308r sich entdeckt. Glu\u0308cklicherweise. Das passt zu seiner Doppelbegabung. Als Kind einer professionellen Musikerin und eines Physikers, der stets auf hohem Niveau musizierte, hat Engelke die Faszination beider Welten fru\u0308h sch\u00e4tzen gelernt. Die Mutter, bis heute t\u00e4tige Fl\u00f6tistin, Gru\u0308nderin und Betreiberin einer Akademie fu\u0308r Alte Musik, und der Vater, der in der Informatikindustrie arbeitete, haben ihn von klein auf mit klassischer und Barockmusik umgeben, das Klavier wurde sein Instrument. \u201eBis zum 15. Lebensjahr war ich mit nichts anderem in Beru\u0308hrung\u201c, sagt Engelke. Ein pr\u00e4gendes Erlebnis unter vielen: Die Mutter konzertierte mit einem britischen Lautenisten und S\u00e4nger mit Dowland-Songs. \u201eSeither habe ich Dowland im Hinterkopf\u201c, sagt Engelke. Mehr als 30 Jahre sp\u00e4ter ist aus der fru\u0308hen Liebe nun das erste Solo-Projekt geworden. Damals, als Jugendlicher, entflammte er gerade fu\u0308r den Jazz, und als fu\u0308r den Abiturienten im Grunde nur noch die Frage war, an welchen Musikhochschulen er sich bewerben wu\u0308rde, als Schulmusiker oder Jazzpianist, siegte doch die Leidenschaft fu\u0308r die Naturwissenschaft, er studierte Biologie und Chemie, eine Promotion in Biochemie, Schwerpunkt Virologie, schloss sich an. Elektronische Musik und Komposition, die ihn fru\u0308h faszinierten, lie\u00dfen sich damit verbinden. \u201eMit Elektronik braucht man keine Anbindung an eine Szene, man ist autark\u201c, sagt Engelke. \u201eIch brauche beides. Ich denke naturwissenschaftlich, auch im Umgang mit Technik und kompositorisch.\u201c Seine Beschreibungen von Linien, Polyrhythmik, Phasenverschiebungen in seiner digitalen Kompositionstechnik speisen sich aus der Naturwissenschaft, sie pr\u00e4gen seinen Umgang mit dem Klang- und Bewegungsmaterial. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Engelke arbeitet als Biochemiker in einer internationalen Diagnostikfirma. Aber wenn andere in der Freizeit die Fu\u0308.e hochlegen, komponiert er am Computer. Er ben\u00f6tige nicht viel Schlaf, sagt Engelke schlicht. Als Doktorand in Heidelberg lernte er die Choreographin Irina Pauls kennen. Tanz hatte ihn bis dahin kaum interessiert, der Versuch aber, in Bewegung, Musik, Raum etwas Neues und Eigenst\u00e4ndiges zu schaffen, faszinierte ihn. Und Pauls sch\u00e4tzte seine Musik: Schon Engelkes erstes Stu\u0308ck als Bu\u0308hnenmusiker mit Pauls 2002\/03 am Theater Heidelberg war ein gro\u00dfer Erfolg. Seither arbeitet er immer wieder mit Pauls zusammen, die von Leipzig aus choreographiert, er ist gefragt als Bu\u0308hnenmusiker fu\u0308r Tanz und Theater, unter anderem am Schauspiel Frankfurt, fu\u0308r ortsspezifische Performances und Installationen. Engelke engagiert sich im Verein Phonophon fu\u0308r experimentelle Musik, konzertiert in unterschiedlichen Konstellationen, war etwa bei der Ausstellung \u201eBig Orchestra\u201c in der Schirn dabei. Mit Lasse-Marc Riek, dem Mitgru\u0308nder des Labels Gruenrekorder, hatte Engelke schon vor seinem Solo-Debu\u0308t gearbeitet: Riek hat sich mit dem Schwerpunkt Field-recording einen Namen gemacht, er sammelt die Ger\u00e4usche der Welt und pr\u00e4sentiert sie unter anderem in Klanginstallationen. Die beiden planen eine Verbindung von Rieks Aufnahmen mit Engelkes Elektronik als Live-Konzert in besonderen R\u00e4umen. So kam \u201eResonant Dowland\u201c unter Rieks Label-Dach. Das Book- let ist ein regelrechtes Ku\u0308nstlerbuch geworden, mit Fotoarbeiten von Gustav Franz und einem Essay des Wu\u0308rzburger Musikwissenschaftlers Christian Lemmerich. Engelke war wichtig, dass die beiden befreundeten Mitgestalter v\u00f6llige Freiheit der Interpretation seiner Musik hatten. Lemmerich lieferte ihm mit seinem Essay den Begriff fu\u0308r das, was er schon zuvor geschaffen hatte: ein Palimpsest. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201e\u00dcberschreiben\u201c bedeutet im Kontext von Engelkes wissenschaftlicher Welt etwas anderes, und auch Corona bedeutet fu\u0308r den Wissenschaftler Engelke etwas v\u00f6llig anderes als fu\u0308r den Musiker Engelke \u2013 pl\u00f6tzlich war, in der Pandemie, fu\u0308r ihn auch der Moment da, sich \u00e4lterem Material zu widmen, vor allem Musik, die rund um Pauls\u2019 Choreographien entstanden ist, von Kooperationen mit thail\u00e4ndischen Musikern bis zu Ankl\u00e4ngen von Pop. Auch jenen Dowland-\u00dcberschreibungen, deren erste 2013 fu\u0308r ein Pauls-Stu\u0308ck entstanden waren und die Engelke weitergefu\u0308hrt hat. Die lange gehegte Idee, eine eigene Produktion vorzulegen, nahm Gestalt an. Jetzt denkt er schon an weitere Alben. Das Material sei da, bearbeitet, praktisch fertig. Und jetzt wisse er ja, wie es gehe, sagt Engelke. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Feuchtner | <a href=\"https:\/\/fonoforum.de\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Fono-Forum<\/a> (Ausgabe 06\/2021)<\/strong><br \/>\nResonant Dowland. Dowland\/Engelke: Songs For Tenor And Electronics (2020); Gruenrekorder &#8211; John Dowlands Lautenlieder sind beliebt und wundersch\u00f6n. Doch schon im Elisabethanischen Zeitalter galt der Prophet nichts im eigenen Land. Dowland verbrachte die meiste seiner produktiven Zeit an kontinentalen H\u00f6fen. Die von Elisabeth verweigerte Stelle des Hoflautenisten erhielt er erst von James I. Es waren vor allem Percy Grainger und Benjamin Britten, die ihn mit ihren Bearbeitungen wieder bekannt machten, und der Counter-Pionier Alfred Deller nahm Dowland-Songs auf Platte auf. Die Lieder haben ihren eigenen Zauber, fu\u0308r den die jugendliche, sch\u00f6ne und ausdrucksstarke Tenorstimme von Matthias Engelke wie geschaffen scheint. Vor allem aber hat Engelke zw\u00f6lf Dowland- Songs in seine eigene, moderne Musikwelt gezogen. Er begegnet ihnen mit Respekt, verwandelt sie sich aber an und ersetzt die Laute mit heutiger zartfarbener Elektronik. Sanft sind Melodie und Timbre, aber sie halten den elektronischen Kl\u00e4ngen mu\u0308helos stand. Die Reibung zwischen der modernen perkussiven Energie und der eleganten Melancholie Dowlands verhindert, dass die Musik zur hu\u0308bschen Klangtapete wird. Auch die Stimme wird bisweilen elektronisch bearbeitet \u2013 die Aufzeichnung entstand urspru\u0308nglich fu\u0308r einen Tanzabend von Irina Pauls. Bekannte Hits offenbaren im offenen Resonanzraum l\u00e4hmende Einsamkeit wie \u201eLacrymae\u201c oder ruhelos trommelnde Liebesabenteuerlust wie \u201eCome Again\u201c. Dann fu\u0308hrt Engelke ku\u0308hl das Spiel des Betrugs vor (\u201eWhite As Lilies\u201c) oder ger\u00e4t au\u00dfer sich vor Freude wie in \u201eFine Knacks For Ladies\u201c. Vor allem l\u00e4sst Matthias Engelke die Lieder einfallsreich ausschwingen und fu\u0308hrt sie damit nachdru\u0308cklich in seine Welt. Eine h\u00f6renswerte Resonanz ferner Sch\u00f6nheit im Universum eines Musikers unserer Zeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Roger Batty | <a href=\"https:\/\/www.musiquemachine.com\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Musique Machine<\/a><\/strong><br \/>\nNow, this is something rather different from German field recording\/ sound art label Gruenrekorder- an album\u2019s worth of modern\/ avant-garde takes on songs from the Renaissance period, created by the use of male tenor vocalising and experimental electronics. All making for an album that very much feels like it\u2019s in its own strange reality- somewhere between the 16th century and glitched-up future.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>The release appears in the form of a twelve-track CD. It\u2019s presented in a four-panel digipak, which features a thirty-six-page booklet- that takes in a blend of moody, if abstract photos, and the full texts for the songs. So as we\u2019ve come to expect from the Gruenrekorder, a nice arty presentation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Matthias Engelke is a German composer and sound artist, who has been active Since the early 2000s.  His work is often based around experienced or imagined interaction between music and sound with a physical space or concert space. Along with this, he homes on the interaction between music\/sound and dance\/movement- influencing both the textural and sonic qualities of his sound art. In recent years, he\u2019s used live electronics in his music performances- with a lot of his work falling in the field of dance and theatre productions. As far as I can gather via Discogs(I know it\u2019s not always accurate) Dowland is his first release, and if that is the case this is most impressive.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>All the tracks here are reworkings of tracks by Irish 16th-century composer John Dowland (1563 \u20131626), who is known most for his more melancholic compositions\/ songs. The twelve original tracks here date from between the late 1500s and early 1600s, though as you can imagine with the use of electronic textures &#038; treatments, they sound rather different, though the tenor work is largely authentic, and sounds of the period.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>The twelve tracks have runtimes between two and eleven minutes, and they are varied enough in their pace\/ blend of elements. We go from lighting knocking to escalating beat craft, low-key stabbing-to-sudden darting electro texturing and bass drill of \u201c Sorrow, Stay\u201d. Onto sustained synth whine-meets-glumly bowed string and distant ping-pong beat-work of \u201cGo Crystal Tears\u201d. Through to the more rapid and almost jiving vocal cadence of \u201cWhite As Lilies Was Her Face\u201d, with its blend of clip-clopping &#038; hissing beat work, reduced bass groove, and waving &#038; woozy synth vibes &#038; sampled clunking percussion.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Resonant Dowland is certainly not what one normally expects from Gruenrekorder, and it\u2019s great to see the label expanding the type of release they put out. All told it\u2019s an album that mangers to blend together convincing and effectively the 16th century with more experimental, though largely structured and atmospheric electronic treatments.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.musiquemachine.com\/reviews\/reviews_template.php?id=8330\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">link<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.textura.org\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">textura<\/a><\/strong><br \/>\nClassical purists might balk at the idea of giving John Dowland songs an electronic makeover, but they would be wrong to dismiss Matthias Engelke&#8217;s project out-of-hand. While his \u2018digital recomposition&#8216; of the Renaissance composer&#8217;s material is thorough, it&#8217;s not disrespectful, and the results repeatedly reveal the care with which the German sound artist has crafted the twelve productions. Engelke ensures the songs don&#8217;t get lost, even when the arrangements re-position them within digitally sculpted spaces. The temporal divide separating Dowland&#8217;s time and ours collapses in these treatments; at the same time the electronic intervention can&#8217;t help but put distance between them, and as a result balance and tension are both present. Such melding of analog-generated and electronic material has been, it seems, a long-standing area of interest for the producer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rather than overwhelm the male singer&#8217;s voice, Engelke smartly opts for a stripped-down electronic design; consistent with that, he generally refrains from manipulating the voice, though in a few places it&#8217;s subjected to bold stutter-funk treatments to reinforce the pulse of the rhythm track. In general, however, the singer&#8217;s original delivery remains intact, with Engelke&#8217;s newly created backing the radical contemporary component. The combination is so seamless, the result could convincingly pass for a live duo recording by a vocalist and electronic producer. A range of moods and styles is explored, with everything from lamentations to buoyant celebrations featured.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>With the vocals removed, \u201cSorrow, stay,\u201d \u201cLady if you so spite me,\u201d and \u201cFine knacks for ladies\u201d wouldn&#8217;t sound dramatically unlike the kind of pulsating electronic material someone like Carsten Nicolai might create under the Alva Noto guise. However one feels about the extensive doctoring applied to the voice for \u201cCome again: Sweet love doth now invite,\u201d there&#8217;s no denying the infectious propulsion of the backing track; the cut&#8217;s so driving, in fact, one could imagine it filling a club floor. In stark contrast to it, \u201cThe lowest trees have tops\u201d stands out for its acoustic arrangement, with strums and strings providing a rustic backdrop. \u201cGo crystal tears\u201d also merits mention for the fine cello playing of Axel von Huene, the only time a musician other than Engelke appears (the singer aside).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>At eighty minutes, there&#8217;s a lot to absorb, but Resonant Dowland is never boring. As Christian Lemmerich states in an essay included with the release, the project connects \u201ca creative musician of the Elizabethan age, on the threshold of discovering musical individuality, with his colleague who, separated by centuries, lives in an age of digital absorption of sound, in music whose unequal layers shine iridescently through each other.\u201d It&#8217;s a fascinating project by Engelke, but one also marred by a questionable omission: the vocal dimension is pivotal to the outcome, yet the vocal credit reads \u201cClassical voice recorded 2013.\u201d Surely the singer\u2014Peter Pears, or someone who sounds very much like him\u2014warrants identification.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.textura.org\/archives\/e\/engelke_resonantdowland.htm\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">link<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Henry Kozok | <a href=\"https:\/\/radio.friendsofalan.de\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">radio.friendsofalan.de<\/a><\/strong><br \/>\nCD Tipp: \u201eResonant Dowland\u201c Matthias Engelke<br \/>\nShakespeare und sein Zeitgenosse John Dowland sind heute immer noch aktuell. Shakespeares Dramen werden auf allen B\u00fchnen der Welt gespielt. Und John Dowland? Auf LastFM, nur als Beispiel, haben seine Lieder in diesem Jahr 102.000 H\u00f6rer gefunden. Das finde ich beachtlich. Wie k\u00f6nnen neue H\u00f6rer einen Zugang zu seinen Liedern finden? Eine interessante und sehr h\u00f6renswerte M\u00f6glichkeit hat Matthias Engelke mit seinem Projekt \u201eResonant Dowland\u201c gefunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mich recht herzlich bei Matthias Engelke bedanken, dass er mir auf meine Fragen sehr umfangreich geantwortet hat und ich diese hier einbinden kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon in seiner Jugend ist Matthias Engelke mit der Musik von John Dowland in Ber\u00fchrung gekommen. Seine Mutter, die Barock Fl\u00f6tistin ist, f\u00fchrte mit u.a. Bob Spencer ausgew\u00e4hlte Songs von John Dowland auf, wie \u201eIn darkness let me dwell\u201c oder \u201eCome again\u201c. Der Zauber dieser Musik faszinierte ihn schon damals.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDiese Faszination hat bis heute angehalten und sich noch gesteigert, nachdem sich neben der Wertsch\u00e4tzung der musikalischen Raffinesse seiner Songs auch ein zunehmendes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Inhalt, Gestaltung und Vertonung der kunstvollen Texte einstellte. In der deklamatorischen Vertonung der Lyrik der Renaissance bilden Text und Melodie eine au\u00dfergew\u00f6hnlich homogene Einheit, die sich selbst in dem g\u00e4nzlich anderen klanglichen wie \u00e4sthetischen Kontext meiner elektronischen Klangwelt ihre Wirkung bewahrt. Diese Einheit von Melodie und Text habe ich auch bei Resonant Dowland bewusst intakt gelassen.\u201c Matthias Engelke<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieses Einbinden in die eigene Klang\u00e4sthetik ist sehr reizvoll. Man h\u00f6rt den barocken Stil stets in der Melodie und das Ganze wird auch noch hervorragend gesungen. Durch die Verarbeitung und das Heraussch\u00e4len wird Dowlands Musik neu erfahrbar. Die elektronischen Kl\u00e4nge lassen ganz neue Atmosph\u00e4ren zu. Ein eigenst\u00e4ndiges Werk entsteht. \u201eFlow my Tears\u201c klingt wie ein Erinnern an jene fr\u00fchen Konzerte. Ein Nachhall der fr\u00fchen Konzerterlebnisse, der sich durch die vielen Jahre ver\u00e4ndert und jetzt einen neuen Weg gefunden hat. Sehr gut ist auch das Nutzen der Stimme als Material, wie es Matthias Engelke hier anwendet, bewusst und liebevoll, ja liebevoll, wird hier der Gesang in neuen Kontext gestellt und er\u00f6ffnet uns vielf\u00e4ltige Assoziationsm\u00f6glichkeiten. Ein weiteres gutes Beispiel f\u00fcr diese Arbeit mit der Stimme w\u00e4re auch \u201eI must complain\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beim Komponieren von B\u00fchnenmusiken ist die klangliche Vorstellung eines Raumes wesentlich f\u00fcr Matthias Engelke:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eEine solche \u201eRaumvorstellung\u201c stand zum Beispiel am Beginn des Arbeitsprozesses von \u201eFlow my tears\u201c. Ein riesiger Raum sollte von einer leisen, kaum bewussten wahrnehmbaren klanglichen Atmosph\u00e4re durchflutet sein: nicht zu orten, nicht ohne weiteres zu definieren (harmonisch wie rhythmisch), omnipr\u00e4sent. In diesem physischen wie klanglichen Raum sollten sich S\u00e4nger und Stimme bewegen, zwar umgeben von Raum und Atmosph\u00e4re, sich aber dennoch durch Pr\u00e4senz und Ortbarkeit davon absetzen.\u201c Matthias Engelke<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine g\u00e4ngige Praxis, um aus etwas Bestehendem etwas Neues zu schaffen, ist das Dekonstruieren. Matthias Engelke zeigt, dass das nicht unbedingt notwendig ist und man einen anderen Zugang finden kann. Diesen anderen Zugang findet Matthias Engelke \u00fcber seine Arbeit mit B\u00fchnenmusiken. Sie sind immer zeitlich und r\u00e4umlich gebunden. Theater sind quasi die Spezialisten, wenn es um das Transformieren und \u00dcbersetzen von St\u00fccken (Texten) in unsere heutige Zeit geht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eBei \u201eResonant Dowland\u201c war es mir ein wichtiges Bestreben zu erkunden, was die Songs von Dowland mit mir als heutigem Menschen zu tun haben, was dies Aufeinandertreffen der Musik aus einer v\u00f6llig anderen Epoche mit meiner heutigen \u00c4sthetik f\u00fcr eine Wirkung auf mich hat, ob sich meine Wahrnehmung und die Wirkung der verwendeten Bilder und Metaphern auf mich durch einen zeitgen\u00f6ssischen \u00e4sthetischen Rahmen ver\u00e4ndert.\u201c Matthias Engelke<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Entdeckung f\u00fcr Dowland-Kenner und -Neulinge. Das Essay \u201ePalimpsest\u201c von Christian Lemmerich ist allein schon die Anschaffung dieser CD wert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Faszinierende an der Umsetzung von \u201eResonant Dowland\u201c ist der Kontrast der Stile, der keine Reibung im Sinne von Konflikt erzeugt, sondern eine Verschmelzung erreicht, die eine ungeahnte Selbstverst\u00e4ndlichkeit hat. Unbedingt anh\u00f6ren!<br \/>\n<a href=\"https:\/\/radio.friendsofalan.de\/cd-tipp-resonant-dowland-matthias-engelke-gruenrekorder-197\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">link<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>(DM) | <a href=\"http:\/\/www.vitalweekly.net\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VITAL WEEKLY<\/a><\/strong><br \/>\nMatthias Engelke from Stuttgart, Germany studied biology and chemistry. Besides he studied piano (classical and jazz) and developed a strong interest in electronic music. He works mainly as a composer for theatre- and dance productions. In his compositions, he often shows an interest in integrating analogue sounds in the context of electronically generated music. For \u2018Resonant Dowland\u2019 Engelke selected songs from Renaissance composer, singer and lutenist John Dowland. He embedded and integrated these solo vocals works in an electronic environment. Not however in the sense of background. The album is subtitled: \u2018Songs for tenor and electronics\u2019. For this project, subtitled \u2018Songs for tenor and electronics\u2019 seeks for another between the two. He is not the first one to confront this old music with modern idioms and techniques. John Surman and Barry Guy a.o. made a jazz-oriented version of some of his songs. Also, French guitarist, David Chevalier did this on his album \u2018Dowland \u2013 a game of mirrors\u2019 (2014). Engelke\u2019s project is rooted in his biography. He is familiar with Dowland since his youth when his mother (flute) performed songs of Dowland. Engelke\u2019s fascination for these songs by Dowland never ceased since. I own one CD of songs of Dowland by the Consort of Musicke that I play regularly. Each time I\u2019m struck how \u2018complete\u2019 these songs in themselves are. They do not need any extra dimension or supplementary arrangements. The power is their intrinsic unity of melody and text. So it is a very daring and exceptionable project that Engelke is offering here. He created an encounter of the old vocal music with modern abstract electronics. Leading up to interesting contrasts and combinations. He chose for a selection of eleven songs taken from various song cycles composed Dowland. All are sung by a male solo voice. In most of the tracks, the use of electronics is very sparse like in the opening track. In other songs, he goes a bit further. Adding pulse driven electronics and doing electronic treatment of the vocal-like in \u2018Come Again\u2019. But the original song structure never is completely out of sight. Sometimes flashes of acoustical instruments occur, like the lute. Often the electronics sound very autonomous in relation to the melody and offer a space or environment creating its very own atmosphere. But more than that one experiences a fascinating combination of very different worlds. Very interesting and overall satisfying and enjoyable too.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.vitalweekly.net\/1267.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">link<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Guillermo Escudero | <a href=\"http:\/\/www.loop.cl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Loop<\/a><\/strong><br \/>\nThis is a new release in the Sound Art Series on the German label Gruenrekorder. This is a work of German composer and sound artist, Matthias Engelke, who performs the songs of Renaissance composer John Dowland.<br \/>\nEngelke composes music for theater with analog electronic devices where music, sound, dance and movement interact.<br \/>\nTenor singer hold the romantic Renaissance charm and brooding character of Dowland&#8217;s songs. As the electronic arrangements flow and weave a perfect symbiosis between two different worlds and different times. And here we can see how complementary they can be. For example, the rhythmic beats in \u201cWhite as lilies was her face\u201d perfectly match his playful nature. On &#8222;The lowest trees have tops&#8220; the string arrangements give a ceremonial aura to a nostalgic song.<br \/>\n&#8222;Lady if you so spite me&#8220; at times approaches the IDM genre with its emerging beats, while the singer coexists in a different space, as if he were in a parallel dimension.<br \/>\nThis parallel and complementary dimension on paper is perhaps difficult to imagine, however the textures that occur between Renaissance song and current electronics allow for a surprising sound experience.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.loop.cl\/content\/view\/1757\/27\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">link<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rigobert Dittmann | <a href=\"http:\/\/www.badalchemy.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bad Alchemy Magazin (109)<\/a><\/strong><br \/>\nAch, semper Dowland, semper dolens. MATTHIAS ENGELKE, manchen vielleicht bekannt als Hauskomponist der Choreographin Irina Pauls, vergegenw\u00e4rtigt auf Resonant Dowland (Gruen 197 w\/Booklet) den elisabethanischen Lautenisten und Songwriter John Dowland auf gleich mehreren Ebenen: Bildlich mit der Fotoserie &#8218;Licht\/Light&#8216; von Gustav Franz, textlich mit dem Essay &#8218;Palimpsest&#8216; von Christian Lemmerich und den von Sadness, Sweetness, Darkness erf\u00fcllten Lyrics der einst in London oder f\u00fcr den King of Denmark angestimmten Songs, die, anders als ich sie etwa durch Deller Consort kenne, nun &#8218;for Tenor and Electronics&#8216; erklingen. Was immer tiefer in der Zeit versinkt und als Geschichte verkrustet, zoomt Engelke heran, ungeachtet dessen, dass von Love, Pleasure und Melancholia, wie sie die Lovers &amp; Ladies um 1600 bewegten, nur der sch\u00f6ne Schall nachhallt, ob in &#8218;historisch informiertem&#8216; Retro als Countertenor-Kitzel, ob in der Aboutness Benjamin Brittens oder Stings. Das ist mit Gemeinpl\u00e4tzen wie &#8218;Liebe ist nur ein Wort&#8216; oder &#8218;Ich parshippe jetzt&#8216; doch schon alles durchgewunken. Das Stichwort &#8218;Palimpsest&#8216; lobt an Engelkes Resonanzen von &#8218;Weep you no more, sad fountains&#8216; \u00fcber &#8218;Flow my tears&#8216; bis &#8218;In darkness let me dwell&#8216; die Courage des \u00dcberschreibens. Als Ann\u00e4herung, die wie bei Ernst J\u00fcnger auf Berauschung abziehlt, mit Musik als deren Medium und Schl\u00fcssel, nicht in die Vergangenheit, doch jederzeit zu den sad fountains in uns. Der klassische Tenorgesang ist gebettet auf Keyboardkl\u00e4nge und auf Drones, zu elektroperkussiven Akzenten und gepixelten Beatketten. Bei &#8218;Go Crystal Tears&#8216; versucht ein Cello das Eis zu brechen, &#8218;White as lilies was her face&#8216; schw\u00e4rmt groovy animiert, &#8218;Lady if you so spite me&#8216; fiebert Come kiss me sweet and kill me . Die heutige &#8218;Instrumentierung&#8216; und die anachronistische Manier, so zu singen, dass es sich aristokratisch oder mit B\u00fcrgerd\u00fcnkel vom Volkston absetzt, das ergibt ne bizarre Paarung. Der ungenannte S\u00e4nger ist dennoch bemerkenswert, weil er weder kn\u00f6delt noch mit Vibrato falsche Gef\u00fchle aufblustert. Dass Engelke die Stimme gelegentlich verdoppelt oder verhaspelt, befreit Dowland nicht so aus dem Gewohnten, wie etwa Bernhard Sch\u00fctz Robert Schumanns Heine-Lieder oder Josef Bierbichler Schuberts &#8218;Winterreise&#8216; ins Volksverm\u00f6gen zur\u00fcckf\u00fchren. Insofern, I must complain, yet do enjoy the songs. True hearts have eyes and ears&#8230; They hear, and see, and sigh, and then they break.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.badalchemy.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">link<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Resonant Dowland | Matthias Engelke Gruen 197 | Audio CD &gt; [order] Reviews &nbsp; Resonant Dowland represents an individual and contemporary interpretation of the songs of Renaissance composer John Dowland. 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