Kozmické louky | Magdaléna Manderlová

Kozmické louky | Magdaléna Manderlová

 

Kozmické louky | Magdaléna Manderlová
Gruen 230 | Vinyl (+ Digital) | Digital > [order]
Reviews

Ale slyším zpěv ptáků.
Tak přesný,
tak krásný,
až to vypadá,
že se nic nezměnilo.

Kozmické louky is a wetland in Silesia, on the very edge of the Czech Republic bordering Poland, where I come from, and one of the last two remaining floodplain areas on the Opava River, locally known as the Opavice. Thanks to ongoing restoration, this system of alluvial meadows has once again become home to multitudes of animal and plant communities, while at the same time facing the local-global climate crises. The album Kozmické louky listens closely to this environment and its changes over time, entering into a dialogue with it, imagining and dreaming through field recordings and electroacoustic compositions created on site or in close relation to it between 2021 and 2025.

There comes that rare moment when a human being falls silent. Alone, on behalf of their kind, which for a brief instant ceases to make sound. And in that silence —not empty, but vibrating — I begin to hear all the others. All the sounds not meant for me, yet surrounding me, including me, absorbing me. Breaths, rustles, songs, rhythms that form endlessly shifting compositions — an unceasing communication, voices attuned to themselves and to the environment that carries them. I sense that what I call “now” or “I” is only one of the knots in that vast network — a condensation of relations that both exceed me and bring me into being. It is a state of deep quiet, an almost meditative moment of bliss. As if, for an instant, a vision opened into a world that transcends us — a realm where all living beings breathe in mutual understanding, in delicate, enduring balance. It happened in Kozmické louky. A revelation of the senses, a seeing through layers. The soundscape has become music. It depends only on how sensitive we are towards the land, and how that music will be heard.

 


 

A
01 Probouzení
02 U soutoku | MP3
03 Intenzita
04 Soumrak | MP3
05 Noc
06 Léto
07 Předjaří | MP3

B
08 Peter Cusack – Wind in the face
09 Lucie Páchová – Mokřad
10 Souznění
11 Michal Kindernay – Od pramene
12 Struha
13 Adela Mede, Klaus Ellerhusen Holm, Magdaléna Manderlová – Opavice

13 Tracks (42′56″)
Vinyl (200 copies)

Credits
01-07 Recorded and mixed by Magdaléna Manderlová
08 Recorded, composed-performed and mixed by Peter Cusack
09 Composed-performed and mixed by Lucie Páchová, with field recordings by Peter Cusack and Lucie Páchová
10 Live score by Magdaléna Manderlová performed by the symposium participants at Kozmické louky in 2023
11 Recorded, composed and mixed by Michal Kindernay
12 Recorded and composed by Magdaléna Manderlová featuring Věra Manderlová, mixed by Kristoffer Lislegaard
13 Composed by Adela Mede, Klaus Ellerhusen Holm and Magdaléna Manderlová, mixed by Kristoffer Lislegaard

Mastering: Lasse Marhaug
Cover photograph: Magdaléna Manderlová
Graphic design: Kateřina Havelková
Liner notes: Magdaléna Manderlová and Michal Kindernay
Poem: František Hruška
Edition of 200

I warmly thank all the artists, scientists, local communities, and all living beings of Kozmické Meadows. Special thanks to Elin Már Øyen Vister, Frank Ekeberg, Jakub Frank, Martin Klimeš, Michal Kindernay, Roland Etzin and Lasse-Marc Riek, Ole-Tobias and Emilie, friends and family.

The album was created alongside the long-term project Kozmic Sounds by Magdaléna Manderlová and Michal Kindernay, initiated by Bludný kámen in 2021. In 2025, an autonomous listening station was placed in the meadows in collaboration with radio.earth and Udo Noll, listen here. In 2026, an extensive article about Kozmic Sounds was published by Journal of Sonic Studies, read here.

Field Recording Series by Gruenrekorder
Germany / 2026 / Gruen 230 / LC 09488

 


 

Reviews

 

Holger Adam | skug – MUSIKKULTUR
Gruenrekorder Field-Recordings mal wieder. Hochempfindliche Spezialausrüstung, die in die Gegend gestellt und exakt ausgerichtet wird, um in quasi naturwissenschaftlicher Gründlichkeit zu dokumentieren, was sich akustisch so regt. Im vorliegenden Fall: vorwiegend Frösche, Vögel und Insekten, die durch Flora, Fauna und wechselndes Wetter hüpfen, staksen und krabbeln und dabei von feinen Antennen registriert werden. Wozu? An anderer Stelle und mit Augenmerk auf frühere Veröffentlichungen von Gruenrekorder sind mit solchen Aufnahmen verbundene Motive in den Blick geraten, die Soundforschung und -dokumentation, ganz allgemein gesprochen, als Kritik an einem anthropozentrischen Weltbild erscheinen lassen. Schon die behutsame Geste, ein Mikrofon auszurichten, um andere Spezies oder Naturphänomene zu belauschen, ist heikel genug (Obacht, wo man während des Aufstellens hintritt!) und will insofern als Ausdruck eines demütigen Verhältnisses zur Schöpfung verstanden sein. Das ist auch alles gut und richtig so, aber heute geht’s mir um einen anderen Aspekt. Über Aktivismus und Kritik hinaus: Worin kann der Gebrauchswert solcher Arbeiten noch liegen? Die Aufnahmen von Magdaléna Manderlová werden als Schallplatte mit impressionistischer Covergestaltung präsentiert und die dokumentierten Naturgeräusche als wohlklingende Kompositionen der mehr oder minder absichtslosen Wahrnehmung überlassen. Das Quaken, Piepsen, Plätschern und Knistern kann auf diese Weise eine beruhigende Wirkung entfalten und Menschen, die sich zur Entspannung von ASMR-Videos einlullen lassen, könnten zum Erreichen innerer Ausgeglichenheit ebenso zur Schallplatte mit Field-Recordings greifen. Die hat allerdings den Nachteil, dass man sich alle zwanzig Minuten wieder aus dem Ohrensessel erheben muss, um die Nadel aus der Auslaufrille zu nehmen und die Schallplatte zu wenden, um die Klangtraumreise fortzusetzen zu können, aber so erhält sich wenigstens eine minimale Aufmerksamkeit, die vor zu viel Dösigkeit schützt. Die Aufnahmen wollen ja gehört werden! Hört man zu, so wird man auf »Kozmické louky« auch des Umstands gewahr, dass sich unter die Naturgeräusche zum Ende hin zusätzliche Musikinstrumente und menschliche Stimmen mischen. Vorsichtig ergänzt Manderlová, was die Umgebung ihr an Material liefert, und in der Folge tritt der klangschöne und auch romantische Charakter der gesamten Aufnahmen mehr und mehr in den Vordergrund. Die Natur als Abstandsphänomen, in der philosophischen Anthropologie spricht man von »exzentrischer Positionalität«, regt die Sehnsucht an, in ihr aufgehoben zu sein. Musizierend und singend nähert sich Manderlová wieder an und für den Augenblick der aktiven Teilnahme (auch in der Rolle der Zuhörenden) mag die Grenze zur umgebenden Flora und Fauna verschwimmen oder gar momentweise aufgelöst werden. Dieser wunde Punkt markiert jedoch ebenfalls die gefährliche Grenze zu folkloristischem Kitsch und ideologischem Wahn. Ersteres ist nicht so schlimm. Hin und wieder soll man ruhig die Natur besuchen dürfen, wie das Paradies, aus dem man sich vertrieben wähnt, aber bitte im Bewusstsein, dass es kein Zurück gibt. Es wird also doch wieder kritisch. Field-Recordings against fascism! Ich nehme an, es gibt in der Community bereits entsprechend politisch informierte Diskurse um Wohl und Wehe der Inszenierung von Natur. Man kommt nämlich nicht drum herum: Die ästhetische Erfahrung von Natur hat als Modus der Bewältigung der Trennung ebendiese als notwendige Voraussetzung. Ästhetische Theorie, Grundseminar. Einfach gesagt: Die Komponistin kann als Arrangeurin dessen, was ihr als Natur erscheint, nicht aus ihrer Haut. Gut so.
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Rigobert Dittmann | Bad Alchemy Magazin (133)
Kozmické louky (Gruen 230, LP), das sind die Vogelwiesen von Kozmice, ein renaturiertes Feuchtgebiet in Mährisch- Schlesien, nahe der polnischen Grenze. MAGDALÉNA MAN- DERLOVÁ stammt daher, hat jedoch ihr Studium nach dem Master in Ostrava in Trondheim fortgesetzt und lebt nun in Oslo. Sie schuf mit ‚Leangenbukta‘ und ‚In a Salty Stream‘ Sound Art aus vogeligen Klangwelten bei Trondheim und bei Castro Marim in Portugal, und war für ‚The Field upon which I Walk is the Song‘ inspiriert durch John Bergers Essay „The Field“. Auch diese LP führt in den Lebensraum von Piepmät- zen und Schreihälsen, im Vorfrühling und Sommer, in der Morgendämmerung oder bei Nacht. Mit Schnabelquak von Enten und Flügelschlag von Gänsen, von Ferne bellt ein Hund. Frösche quarren und keckern in geilen Massen, plumpsen ins Wasser. Insekten summen, Gefiedertes kräht und piepst poly- glott, sogar ein Kuckuck ruft. Wobei Manderlová das verdich- tet und mischt, einen in leisem Frühlingsregen stehen lässt, und ein Zug vorüberdopplert. Gefolgt von Peter Cusack mit vibrierend geharftem Draht bei ‚Wind in the face‘. Aus dessen Feldaufnahmen, Tierstimmen, Glockenläuten und glockigem Dingdong formte Lucie Páchová dann ‚Mokřad‘. Bei ‚Souznění‘ lässt Manderlová einen Chor aus Lippen-, Zungen-, Gaumen- lauten, Pfeifen und Summen erklingen, bei ‚Struha‘ geht sie mit ihrer Mutter (?) plaudernd einen rauschenden Bach entlang. Michal Kindernay lässt bei ‚Od pramene‘ ebenfalls Wasser gluckern, dröhnen, rauschen und verbindet das, wenn ich recht höre, mit dem choralen Singsang. Und bei ‚Opavice‘ (= Goldoppa) rauscht dieser einstige kleine Grenzfluss zwischen Preußen und Österreich zu einem von Manderlová mit Adela Mede angestimmten melancholischen Lied.

 

framework radio | #972
phonography / field recording; contextual and decontextualized sound activity
presented by patrick mcginley
Kozmické louky | Magdaléna Manderlová

 

The Best Field Recordings on Bandcamp | By Matthew Blackwell / April 2026
Kozmické louky | Magdaléna Manderlová
Kozmické louky, or “cosmic meadows” in Czech, is one of two remaining floodplains on the Opava River on the border of the Czech Republic and Poland. It’s the focus of recent restoration efforts and a new home for increasing numbers of birds and other animals. Magdaléna Manderlová spent four years engaging with the area, watching it develop, listening to it, and forming a dialogue with it. On Kozmické louky, Manderlová showcases the area’s newfound vibrancy with seven tracks of pure field recordings and then invites friends to experience it: field recordists Peter Cusack, Lucie Páchová, and Michael Kindernay each highlight different aspects of the meadowland. The album ends with a composition performed by singer Adele Mede and reed player Klaus Ellerhusen Holm, a lovely lilting melody over the gently murmuring waters of the floodplain. It’s a small detail, but after decades of drainage, filling, and plowing, it’s a joyous sound and rightfully highlighted in this celebration of revitalization.
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